Köln - Ausgerechnet der rheinische Rivale 1. FC Köln hat die beeindruckende Rekordserie von Bayer Leverkusen in der Bundesliga gestoppt. Die Kölner rangen den zuvor sieben Mal in Folge siegreichen Leverkusenern im 56. Bundesliga-Duell bei der Teams ein 1:1 (0:0) ab und machten einen weiteren Schritt in Richtung Klasserhalt.

Nachdem U21-Nationaltorhüter Timo Horn einen Foulelfmeter von Bayers Hakan Calhanoglu pariert hatte (42.) ging Bayer durch den sechs Minuten zuvor eingewechselten Julian Brandt doch in Führung (59.). Dem fünf Minuten zuvor eingewechselten Norweger Bard Finne (83.) gelang der Ausgleich. 

Rolfes bestreitet sein letztes Derby

Bei Köln durfte Eigengewächs Yannick Gerhardt nach überstandenem Pfeifferschen Drüsenfieber erstmals seit dem letzten Hinrunden-Spieltag beginnen. Bei Bayer ersetzte Kapitän Simon Rolfes, der im Sommer seine Karriere beenden wird, in seinem letzten Derby den verletzten Gonzalo Castro (Innenmeniskus-Riss), Heung-Min Son kehrte anstelle von Brandt zurück in die Startelf.

Trotz der zwei leeren Blöcke - Köln musste nach dem Platzsturm beim Derby in Mönchengladbach (0:1) das zweite von insgesamt drei Spiele mit einem Teilausschluss der Fans verkraften - war auf den Rängen wie auf dem Platz von der ersten Sekunde an echtes Derbyfieber zu spüren. Und auch neben dem Spielfeld ging es hitzig zu: Bayer-Coach Roger Schmidt und FC-Manager Jörg Schmadtke lieferten sich schon nach 20 Minuten ein lautstarkes Wortgefecht.

Joker stechen auf beiden Seiten

So entwickelte sich ein rasantes und packendes Spiel ohne all zu große taktische Fesseln und mit einigen Nickligkeiten, zunächst aber ohne die ganz großen Torchancen. Die erste wirklich nennenswerte hatte der FC, als Yuya Osako aus spitzem Winkel an Bernd Leno scheiterte (29.). Noch klarer war allerdings die von Calhanoglu, der den strittigen Strafstoß - Stefan Kießling fiel über den ausgestreckten Hintern von Dominic Maroh - gegen Horn vergab.

Insgesamt ließen sich die Leverkusener aber vom FC zu sehr ins Kampfspiel verwickeln und zeigten nicht die spielerische Linie wie in den vergangenen Wochen. Gefährlicher wirkte nach der Pause zunächst der FC, doch der Ex-Leverkusener Marcel Risse drosch den Ball aus aussichtsreicher Position in den leeren Fanblock (58.). Fast im Gegenzug vollendete Brandt einen starken Angriff zu seinem dritten Saisontor. Dann sorgte Finne für den Endstand.

SID

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Spieler des Spiels:

Marcel Risse

Der Ex-Leverkusener war sowohl offensiv als auch defensiv agil und sorgte vor allem in der Schlussphase für mächtig Dampf. Risse gab mit fünf der 13 Kölner Torschüsse die meisten ab. Zudem schlug er drei Flanken aus dem Spiel, unter anderem die vor dem Kölner Augleichstreffer.

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