Stuttgart - Der VfB Stuttgart hat im Abstiegskampf der Bundesliga dank Daniel Ginczek ein deutliches Lebenszeichen gesendet. Die Schwaben bezwangen Werder Bremen nach einem Doppelpack des Stürmers (70. und 90.+1) in einer temporeichen sowie packenden Begegnung verdient mit 3:2 (1:0) und verließen erstmals seit dem 19. Spieltag den letzten Tabellenplatz.

Stuttgart, das nur noch einen Punkt hinter Relegationsrang 16 liegt, spielte giftig, überhaupt nicht wie ein Absteiger und verwehrte den über weite Strecken enttäuschenden Bremern den Sprung auf den möglichen Europa-League-Startplatz sieben.

Engagierter Beginn der Schwaben

Christian Gentner brachte die auch spielerisch überzeugenden Stuttgarter vor 51.330 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena in Führung (15.). Der eingewechselte Davie Selke glich mit seinem siebten Saisontor (50.) zwischenzeitlich aus. Dann wurde es dramatisch: Ginczek (70.) schoss Stuttgart erneut nach vorne, Martin Harnik flog wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz (84.). Jannik Vestergaard (86.) nutzte die Überzahl zum erneuten Ausgleich, doch Ginczek traf in der Nachspielzeit zum Sieg.

Stuttgart begann ähnlich engagiert und setzte Bremen sofort unter Druck. Das wurde belohnt, als Gentner nach unglücklicher Abwehr von Janek Sternberg per Volleyschuss aus 20 Metern sehenswert traf. Sturmspitze Ginczek (23.) und vor allem der frühere Bremer Harnik (35.) hätten erhöhen können. Die Stuttgarter Abwehr um Nationalspieler Antonio Rüdiger, der nach seiner Knie-OP erstmals seit Anfang Dezember wieder spielte, wurde dagegen kaum geprüft.

Selke beweist Jokerqualitäten

Stuttgart verstand es gut, vertikale Anspiele auf Bremens Stoßstürmer Franco Di Santo zu unterbinden. Auch, wenn es Bremen mal über die Außen versuchte, war meist ein VfB-ler zur Stelle. Sternberg (30.) und Kapitän Clemens Fritz, der wie Zlatko Junuzovic in die Startelf zurückgekehrt war, hatten die besten der wenigen Bremer Chancen vor der Pause.

Werder-Coach Viktor Skripnik reagierte auf die Offensivschwäche seiner Elf und brachte Selke, der nach Fritz' Flanke unbedrängt per Kopf ausglich. Stuttgart wurde nun nervöser und brauchte einige Zeit, um sich zu fangen. Dann war es erneut Harnik, der gleich zwei herausragende Möglichkeiten vergab (61./62.). Besser machte er es vor dem 2:1, als er Ginczek per Flanke bediente.

Spektakuläre Schlussphase

Die Schlussphase der Partie war dann an Dramatik kaum noch zu überbieten. Er sah Harnik in der 84. Minute nach einem unnötigen Foulspiel gegen Junuzovic die Gelb/Rote-Karte, dann fiel fast im Gegenzug der Ausgleich. Jannik Vestergaard lief nach einem Eckstoß von Junuzovic pünktlich ein und köpfte das Leder aus kurzer Distanz in den Kasten.

Sven Ulreich war zwar noch dran, konnte den Einschlag aber letztlich nicht mehr verhindern. Der VfB verzweifelte nicht, wollte die Punkteteilung sichtlich nicht wahrhaben. Die Schwaben belohnten ihren beeindruckenden Heimauftritt dann mit dem Siegtreffer in der ersten Minute der Nachspielzeit.

Serey Die spielte aus dem Halbfeld Daniel Ginczek die Kugel perfekt in den Fuß, der dann per Außenrist zum 3:2-Sieg einschob. Es war der zweite Doppelpack des Torjägers, hatte schon beim letzten Heimdreier gegen Frankfurt doppelt eingenetzt.

SID

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Spieler des Spiels:

Daniel Ginczek

Stuttgarts Mittelstürmer traf wie schon im letzten Heimspiel gegen Frankfurt doppelt und erzielte sein erstes Kopfballtor in der Bundesliga. Kein Spieler gab mehr Torschüsse ab als der Mittelstürmer (vier) und Ginczek bestritt die mit Abstand meisten Zweikämpfe (44) auf dem Platz.

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