Bremen - Lang umkämpft und am Ende doch der Derbysieg: Der SV Werder Bremen setzt sich durch ein Tor von Franco Di Santo mit 1:0 gegen den Hamburger SV durch. Für die Bremer ist es sowohl der 500. Heimerfolg und zudem das 150. Tor in einem Duell mit dem HSV. Durch die Niederlage im 102. Nordderby steht das Team von Trainer Bruno Labbadia weiter auf dem letzten Tabellenplatz, der SVW rückt auf Platz sieben.

Während der Bundesliga-"Dino" einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf verpasste  und in der nächsten Woche auf  den gesperrten Valon Behrami (83.) verzichten muss, darf Werder wieder von der Europa League träumen.

"Skripnik hat das wieder grandios gemacht, großen Mut bewiesen und ist belohnt worden", sagte Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin. Den Elfmeter bezeichnete er "nach einigen Elfern gegen uns" als "ausgleichende Gerechtigkeit".

Das Warten auf einen Sieg in Bremen geht weiter

Der HSV präsentierte sich engagiert, brachte sich durch individuelle Fehler jedoch immer wieder selbst in Schwierigkeiten. Die Hamburger warten damit seit 2983 Tagen auf einen Sieg in Bremen.  Die Fans sahen keine hochklassige, aber immerhin eine spannende Partie. Beide Teams lösten sich in der zweiten Hälfte mehr und mehr von ihren taktischen Vorgaben und suchten den Weg nach vorne - doch in den entscheidenden Momenten fehlte die Präzision.

Echte Torchancen waren Mangelware - bis Uwe Seelers Enkel Levin Öztunali beinahe für Werder getroffen hätte (80.). Kurz darauf unterlief Valon Behrami der entscheidende HSV-Fehler: Er brachte Zlatko Junuzovic im Strafraum mit einem Trikotzupfer zu Fall. Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) entschied auf Rote Karte und Elfmeter.

Labbadia war beim HSV am Mittwoch überraschend als Nachfolger des Interimstrainers und eigentlichen HSV-Sportchefs Peter Knäbel vorgestellt worden. Nach einem Mini-Trainingslager verzichtete er vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weser-Stadion auf einen personellen Umbruch: Innenverteidiger Slobodan Rajkovic ersetzte den gelb-rot-gesperrten Johan Djourou, Zoltan Stieber spielte für den angeschlagenen Marcelo Diaz.

Spannende Partie über 90 Minuten

Skripnik griff nach der Pleite zuletzt beim VfB Stuttgart dagegen durch und brachte fünf Neue - darunter Torwart Koen Casteels und Stürmer Davie Selke. Die Änderungen zeigten Wirkung, Bremen gab zunächst das Tempo vor und kontrollierte die Partie.

"Wir müssen eine Festung sein", hatte Labbadia vor seiner Premiere gesagt. Und so zog sich der HSV zu Beginn erst einmal weit zurück und war bemüht, keine Fehler zu machen. Gelegentlich setzte er den einen oder anderen Nadelstich. Pierre-Michel Lasogga (8.) hatte dann auch die erste Möglichkeit, ehe Stieber die Führung auf dem Fuß hatte. Der Ungar schoss mit links aber knapp links am Bremer Tor vorbei (28.). Auf der Gegenseite vergaben Di Santo und Selke die besten Gelegenheiten für Grün-Weiß in der ersten Hälfte (33.).

SID

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Spieler des Spiels:

Franco Di Santo

Franco Di Santo erzielte das goldene Tor, sein 13. Saisontreffer. Kein Spieler auf dem Platz gab mehr Torschüsse ab (drei), er gewann für einen Stürmer ordentliche 52 Prozent seiner dirketen Duelle und zog die meisten Sprints an (31).

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