Dortmund - Borussia Dortmund hat im Kampf um die Meisterschaft nach einer spektakulären Berg- und Talfahrt einen Rückschlag erlitten. In einer hochklassigen Partie kam der Spitzenreiter trotz einer 2:0-Führung gegen den VfB Stuttgart am Ende nicht über ein 4:4 (1:0) hinaus und baute nach dem 22. Spiel in Folge ohne Niederlage den Vorsprung auf den Verfolger FC Bayern München zunächst "nur" auf sechs Zähler aus.

Die Gäste blieben nach grandiosem Kampf und einem Tor in letzter Sekunde durch Christian Gentner (90.+2) im sechsten Spiel in Serie ungeschlagen. Nach Toren von Shinji Kagawa (33.) und Jakub Blaszczykowski (49. ) sah der Meister schon wie der sichere Sieger aus, doch der VfB konterte. Vedad Ibisevic (71.) und Julian Schieber (77./79.) brachten die Stuttgarter mit 3:2 in Front, ehe Mats Hummels (82.) und der eingewechselte Ivan Perisic (87.) das Spiel erneut drehten - bevor Gentner traf.

Die BVB-Fans sahen von der ersten Minute an Vollgas-Fußball des Pokalfinalisten mit dem ersten Warnschuss von Kagawa nach nur 90 Sekunden. Der Japaner hatte auch den Führungstreffer auf dem Fuß (6. ), als er VfB-Keeper Sven Ulreich aus kurzer Distanz zu einem spektakulären Reflex zwang.

BVB gibt Vollgas



Bei fast jedem Angriff des BVB herrschte am und im Stuttgarter Strafraum Alarmstufe Rot. Beinahe jedoch hätte der VfB auf der Gegenseite den Spielverlauf völlig auf den Kopf gestellt, doch der starke Schieber (20.) konnte einen Blackout der besten Abwehr der Liga aus nur acht Metern nicht nutzen.

Glück hatte der VfB im Gegenzug. Robert Lewandowski hatte Keeper Ulreich bereits ausgespielt, bevor Georg Niedermeier den Ball von der Linie köpfte und wenig später Kevin Großkreutz (24.) nur die Latte des Stuttgarter Gehäuses traf. Dortmund dominierte und kombinierte meisterlich, das überfällige Führungstor fiel schließlich durch Kagawa nach einer Kopfballvorlage von Sebastian Kehl.

Spitzenreiter lässt Chancen liegen



Auch nach dem Wechsel traf zunächst Lukasz Piszczek den Pfosten (48.), bevor dessen polnischer Landsmann Blaszczykowski den BVB mit 2:0 in Front schoss. Erst danach bemühten sich die Stuttgarter um Angriffsdruck und hatten Pech, weil der Distanzschuss von William Kvist ebenfalls nur am Aluminium landete.

Bei seinen Kontern versäumte es der BVB, das Ergebnis frühzeitig noch höher zu schrauben, zumal Blaszczykowski eine der zahlreichen hochkarätigen Dortmunder Chancen vergab und seine Mannschaft nach dem Stuttgarter Anschlusstreffer dann zu zittern begann.