Köln - Mit gnadenloser Effektivität hat Bayer Leverkusen seine Siegesserie auch im rheinischen Derby fortgesetzt und Kölns Trainer Peter Stöger die Party zum 50. Geburtstag verdorben. Die Werkself gewann ein am Ende hektisches 58. rheinisches Duell beim 1. FC Köln mit 2:0 (2:0).

Die vierte Champions-League-Qualifikation in Folge hat Bayer nach dem dem vierten Sieg hintereinander ohne Gegentor nun wieder fest im Visier. Vom Überraschungs-Dritten Hertha BSC trennt Leverkusen nach den Treffern von Julian Brandt (38.) und Javier "Chicharito" Hernandez (44.) nur noch ein Punkt.

Bittencourt und Wendell fliegen

Die Berliner müssen am 32. Spieltag zudem noch in Leverkusen antreten. In der Nachspielzeit sah Leonardo Bittencourt (90.+6) nach einer Grätsche von hinten gegen Admir Mehmedi die Rote Karte. Bayer-Verteidiger Wendell sah zeitgleich zudem die Gelb-Rote Karte.   

Mit Yurchenko in der Startelf

Köln, dessen Trainer Stöger am Abend dennoch in seinen Ehrentag reinfeiern wollte, schlittert dagegen trotz einer engagierten Leistung einem Vereins-Negativrekord entgegen: Nach der vierten Heimniederlage in Folge ist die "Bestmarke" aus dem Jahr 2001 nur noch eine weitere Pleite entfernt. Auf den Abstiegs-Relegationsplatz hat der Tabellen-Elfte fünf Spiele vor dem Saisonende noch sechs Punkte Vorsprung.

Bayer-Coach Roger Schmidt musste kurzfristig auf Kapitän Lars Bender verzichten, der nach seinem Comeback nach fast einem halben Jahr Verletzungspause in der Vorwoche gegen Wolfsburg (3:0) über muskuläre Probleme klagte. Für ihn begann der Ukrainer Vladlen Yurchenko, der gegen Wolfsburg als Joker sein erstes Bundesliga-Tor erzielt hatte.

Doch am Anfang tat sich Bayer lange schwer und  benötigte eine Standard-Situation zur ersten gefährlichen Aktion - doch die hatte es in sich: Einen Freistoß von Hakan Calhanoglu fast von der Seitenlinie lenkte Kölns Torhüter Timo Horn mit den Fingerspitzen noch um den Pfosten (14.). 

Köln früh am Drücker

Das bessere und gefährlichere Team in der ersten halben Stunde war aber der FC. Dominic Maroh köpfte nach einem Freistoß von Nationalspieler Jonas Hector jedoch knapp drüber (19.), Anthony Modeste nach einer Hector-Flanke knapp daneben (21.). Das fast sichere 1:0 verhinderte Bayers Außenverteidiger Wendell, als er dem einschussbereiten Leonardo Bittencourt nach sehenswertem Doppelpass mit Modeste den Ball im letzten Moment vom Fuß spitzelte (37.).

Doch Bayer nutzte seinen ersten richtig guten Angriff gleich zur Führung: Nach einem überragenden Pass von Calhanoglu lupfte Karim Bellarabi den Ball auf Brandt, der volley traf und zum dritten Mal in Folge das 1:0 erzielte. Auch den Schockzustand des FC nutzte Bayer unerbittlich aus, erneut nach Vorarbeit von Bellarabi erhöhte der bis dahin praktisch unsichtbare Chicharito mit seinem 16. Saisontor.

Calhanoglu testet Aluminium

Nach dem Wechsel begnügten sich die Gäste damit, das Spiel zu beruhigen und zu ordnen. Der FC ging nach und nach immer mehr Risiko und kam auch wieder zu Chancen. Simon Zoller (59.) und Bittencourt (68.) scheiterten aber am gut reagierenden Bernd Leno, Zoller schoss volley vorbei (69.). Kurz vor Schluss rettete Leno noch einmal grandios gegen Marcel Hartel. Hakan Calhanoglu scheiterte anschließend für Bayer mit einem Freistoß noch am Aluminium.

Spieler des Spiels: Julian Brandt

Der Youngster ist derzeit Leverkusens Mann der wichtigen Tore – er erzielte im dritten Spiel in Folge das Tor zur 1:0-Führung. Brandt hatte auch am zweiten Tor seinen Anteil, er spielte den vorletzten Pass vor Leverkusens 2:0. Zudem war er sehr laufstark: 30 Sprints waren die meisten der Partie, seine 11,4 zurückgelegten Kilometer überboten bei Bayer nur zwei Spieler.

SID

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