Eintracht - Eintracht Frankfurt tritt auf der Stelle. Der Showfaktor der Spiele mit Beteiligung der SGE ist hoch, aber den vielen eigenen Toren folgen immer wieder Rückschläge in Form von Gegentreffern. So betätigen sich die Frankfurter regelmäßig als Aufbaugegner – wie beim Spiel gegen Hannover 96 (Spielbericht). Das nervt inzwischen auch die Spieler.

"Es ist ärgerlich, wenn man 2:0 führt und dann noch Punkte liegen lässt", zürnte "Fußballgott" Alex Meier seiner Leistung und der seiner Mannschaft. Schon wieder verspielte die Eintracht Punkte nach eigener Führung. Im Laufe der Saison ist ihnen das schon zum neunten Mal passiert und kostete 23 mögliche Punkte – so viele wie bei keinem anderen Team in der Bundesliga. Davon allein 13 in der Rückrunde (Topdaten zum Spiel). Dementsprechend ist der Ärger der Spieler zu verstehen. "Das hätten wir heute nach Hause bringen müssen, aber wir haben die Bälle zu leicht weggeben und unser Spiel nach vorne nicht gefunden", erklärte Stefan Aigner, der ebenso sauer auf die gezeigte Leistung war.

"Heute haben wir zu wenig geliefert"

Gegen Hannover 96 kam es allerdings nicht zu einem Einbruch – wie in den letzten Auswärtsspielen bei denen sich die Eintracht in kurzer Zeit mehrere Gegentore eingefangen hat – sondern die Leistung war insgesamt nicht gut. "Das war zu wenig was wir heute geliefert haben", so Torwart Kevin Trapp, "wir haben die Räume nicht besetzt und es war zu wenig Bewegung in unserem Spiel. Ich musste viele Bälle lang rausspielen, weil ich niemanden anspielen konnte."

Fehlende Bewegung, eine schlechte Passquote und hohe Bälle, von Spielfreude oder Kombinationen war nichts zu sehen. Bei der Eintracht funktionierte wenig in diesem Heimspiel und trotzdem lagen sie mit zwei Toren in Führung. Mit etwas mehr Souveränität hätte es ein glücklicher Sieg werden können, aber die Frankfurter brachten sich wieder selbst um den Ertrag. Trainer Thomas Schaaf erklärte das so: "Wir bekommen keine Ruhe ins Spiel und sind zu hektisch. Da müssten wir mehr Sicherheit und Klarheit haben."

"Europa League kann ich nicht mehr hören"

Auch nicht klar ist, welche Ziele die Eintracht in dieser Saison noch erreichen kann. Die SGE steckt mit ihrer spektakulären Spielweise unter Thomas Schaaf im Mittelfeld der Liga fest. Die Hessen haben mit einem Schnitt von knapp vier Treffern die torreichsten Spiele der europäischen Spitzenligen zu bieten. Nur in den Partien mit Frankfurter Beteiligung sind in der Bundesliga schon eine dreistellige Anzahl von Toren (105) gefallen, davon 55 zu Hause, auch das ein Höchstwert in der aktuellen Saison. Doch außer vielen Toren bietet die Mannschaft wenig Konstanz. In einzelnen Spielen und in der gesamten Saison. Die Eintracht hat die drittbeste Offensive und gleichzeitig die zweitschlechteste Abwehr der Liga zu bieten. Das gleicht sich momentan zwar aus, aber führt auch nicht weiter.

Mit dem Abstieg hat Frankfurt aller Voraussicht nach nichts zu tun, aber regelmäßig wird auch der Sprung an die Plätze für das internationale Geschäft verpasst. Zwischendurch hatten die Frankfurter im Spiel gegen Hannover den siebten Tabellenplatz von der TSG Hoffenheim erobert, doch nach dem Unentschieden haben sie zwei Punkte Rückstand auf die Sinsheimer und Augsburg konnte den Abstand nach diesem Wochenende zumindest halten. "Das Thema Europa League kann ich nicht mehr hören", so der genervte Kevin Trapp, "darüber brauchen wir uns keine Gedanken zu machen."

Nächstes Spiel bei den Bayern

Mit Blick auf das Restprogramm der Frankfurter, könnte der Schlussmann damit Recht haben. Nächsten Samstag geht es für die Eintracht zum Tabellenführer nach München (ab 15:00 Uhr im Liveticker). Es folgen Spiele gegen Gladbach und Dortmund. Und insgesamt sind von den letzten sieben Spielen noch vier auswärts zu bestehen. Bei der Auswärtsschwäche der SGE in der Rückrunde nicht unbedingt ein Vorteil. So scheint die Eintracht am Ende der Spielzeit mit ihrem spektakulären Fußball im sicheren Mittelfeld der Liga zu landen. Vor der Saison hätte sich in Frankfurt darüber niemand beschwert.

Aus Frankfurt berichtet Alexander Dionisius