Erst fühlte sich Mario Gomez wie im "falschen Film", dann schrieb er selbst das Happyend. Nachdem die biederen Bulgaren von Cherno More Varna den VfB Stuttgart zwischenzeitlich schon aus dem UEFA-Cup geschossen hatten, köpfte der Torgarant Gomez in der letzten Spielminute (90.+4) das 2:2 (0:0) und den Bundesligisten noch in die Gruppenphase.

"Wir haben 80 Minuten lang gedacht, es geht im Spaziergang", räumte der Stuttgarter Lebensretter nach dem reichlich glücklichen Unentschieden ein. Das 2:1 im Hinspiel, wo Gomez mit zwei Treffern für einen ebenfalls schmeichelhaften Sieg sorgte, hatte den Schwaben völlig den Kopf verdreht.

Gomez: "Nur mit Glück weiter"

"Du bist dir zu sicher, du denkst, es kann nichts passieren. Wir haben uns schon in der Gruppenphase gesehen", erklärte der Nationalspieler.

Drei Minuten lang war der VfB nach den Treffern des mutigen, aber nicht furchterregenden bulgarischen Erstligisten durch Jordan Jurukow (47.) und Georgi Rusew (79.) sogar draußen.

Thomas Hitzlsperger hielt die Stuttgarter (82.) im Spiel, Gomez ersparte ihnen mit seinem zehnten Tor im zehnten Pflichtspiel dieser Saison eine Verlängerung und weitere Peinlichkeiten. "Wir haben nicht gut gespielt und sind nur mit Glück weiter", sagte der 23-Jährige.

Veh ist unzufrieden

Wo nichts zu beschönigen war, wollte Armin Veh auch nichts beschönigen. "Wir sind in der Gruppenphase, und im Fußball zählen nun mal Ergebnisse", sagte der Stuttgarter Trainer mit einem milden Lächeln. Tatsächlich wirkte er um Jahre gealtert.

"Dass ich mit dem Spiel nicht zufrieden sein kann, ist doch klar", ergänzte er. Einen Dank richtete Veh an die "leidensfähigen" 10.000 Zuschauer, die den VfB unverdrossen anfeuerten.

Schlechtes Spiel, Glück gehabt - "trotzdem glaube ich", sagte Torjäger Gomez, "dass uns das einen Schub gibt." Der wäre nötig, am Samstag gastiert Werder Bremen (Tabellendritter/elf Punkte) bei den Stuttgarter (7. Platz./zehn Zähler), und erst "wenn wir das gewinnen, haben wir was richtig Gutes geleistet", behauptete Veh.

Schwere Aufgabe gegen Werder

Dafür müsse sich freilich die Einstellung der Mannschaft ändern: "Wir müssen kämpfen, denn in unserer momentanen Verfassung können wir keinen Gegner ausspielen."

Zur momentanen Verfassung gehört auch, dass zahlreiche als Stammkräfte eingeplante Spieler nicht zur Verfügung stehen - und erst recht nicht Mesut Özil, um den sich auch der VfB Stuttgart so intensiv bemüht hatte, ehe die Bremer zuschlugen.

Veh schwankte nach dem nervenzehrenden Abend gegen Varna deshalb in seinem Ausblick auf das Spiel gegen Werder: "Ich glaube immer an meine Mannschaft, aber ich weiß natürlich, dass es schwer wird."