Was für ein toller Premiere Ligapokal. Nach einem hochklassigen Match hatte der FC Bayern München gegen Schalke 04 das nötige Quäntchen Glück.

Damit ist das Finale komplett und verspricht ein weiterer, echter Leckerbissen zu werden.

Denn nach dem sich am Montag der SV Werder Bremen mit 2:1 gegen den Hamburger SV für das Endspiel qualifiziert hatte, sicherte sich am Mittwochabend auch der FC Bayern München ein Ticket für den ersten großen "Showdown" der Saison 2006/2007.

Magath sieht noch Nachholbedarf

Der Rekordmeister schlug vor 36.000 Zuschauern in der Allianz Arena den FC Schalke 04 mit 4:1 (0:0, 4:1) nach Elfmeterschießen. Damit treffen am Samstag, den 5. August, im Leipziger Zentralstadion die beiden besten Mannschaften der vergangenen Spielzeit aufeinander.

"Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung, die meine Mannschaft gezeigt hat. Für den jetzigen Trainingsstand war das schon sehr gut. Die Abstimmung war allerdings noch nicht da. Wir haben zu viele Chancen zugelassen, aber uns auch selbst welche erarbeitet. Im Elfmeterschießen waren wir die Glücklicheren", analysierte Bayern-Coach Felix Magath.

Schweinsteiger technisch perfekt

In einer vor allem in der ersten Halbzeit hochklassigen Partie hatte der FC Bayern am Ende das nötige Quäntchen Glück, zeigte sich aber auch eiskalt vom Punkt.

"Es hat sich schon ab der 70. Minute gezeigt, dass unsere Konzentration nachlässt. Das hat sich dann im Elfmeterschießen fortgesetzt", haderte Schalkes Torwart Frank Rost.

Chancen hüben wie drüben

Zu diesem Krimi hätte es aber nicht kommen müssen, denn auf beiden Seiten gab es Torchancen en masse. Schon in der 5. Minute hatte Schalkes Neuzugang Halil Altintop die Führung auf dem Fuß. Sein Schuss wurde aber abgefälscht (5.).

Nur wenig später zeigte Nationalspieler Bastian Schweinsteiger sein Können. Eine Flanke von Roy Makaay nahm "Schweini" volley (8.). S04-Torwart Frank Rost parierte glänzend.

Van Buyten scheitert per Kopf

In der 20. Minute bewies dann Bayerns neuer Abwehrchef Daniel van Buyten seine Kopfballstärke. Aber der Belgier verfehlte aus elf Metern knapp.

Auch sein zweiter Vorstoß bei einer Ecke blieb ohne Erfolg (33.). Rost klatschte das Leder noch gerade so über die Latte zur Ecke.

Die beste Chance im ersten Durchgang hatte aber Peter Lövenkrands. Schalkes neuer Stürmer schlenzte im Strafraum nach einer gewonnenen eins-gegen-eins Situation gefühlvoll aufs lange Eck. Aber Michael Rensing, der für den pausierenden Oliver Kahn im Bayern-Tor stand, streckte sich und lenkte den Ball ins Toraus.

Ottl vergibt zwei Riesenchancen

Nach der Pause dauerte es gut eine Viertelstunde, ehe beide Teams wieder heiß gelaufen waren. Aber dann ging es Schlag auf Schlag.

Andreas Ottl tauchte zwei Mal, jeweils nach einem Eckball, völlig frei vor Rost auf (62., 63.), vergab aber beide Hochkaräter aus kurzer Distanz.

Nur eine Minute später hämmerte Zlatan Bajramovic den Ball aus 25 Metern an die Latte.

Lövenkrands frei vor Rensing

WM-Held Lukas Podolski hatte dann mit seiner letzten Aktion vor seiner Auswechslung das 1:0 auf dem Fuß (76.). Aber sein Abschluss nach feinem Pass von Mehmet Scholl wurde von Marcelo Bordon noch gerade so abgeblockt.

Vier Minuten vor dem Ende hatte es dann Makaay auf dem Kopf. Aber freistehend köpfte der Niederländer aus neun Meten neben das Tor.

Boenisch und Abel verschießen

Und als sich Spieler und Zuschauer schon mit dem 0:0 abgefunden hatten, tauchte plötzlich Lövenkrands nach einem Doppelpass mit Halil Altintop alleine vor Rensing auf (88.). Der Kahn-Ersatz riskierte Kopf und Kragen und verhalf dem FCB ins Elfmeterschießen.

Dort avancierte er auch zum Matchwinner, als er gleich den ersten Schalker Elfmeter von Sebastian Boenisch parierte. Mathias Abel verschoss danach seinen Versuch und FCB-Kapitän Willy Sagnol besiegelte dann das Aus der "Knappen".

Rensing ging mit einem guten Gefühl in dieses "Finale furioso": "Ich freue mich immer über ein Elfmeterschießen. Und wenn ich dann noch einen davon halte, dann ist der Tag gerettet." Das war er für den FC Bayern dann auch.

Michael Reis