München - Während Borussia Dortmund vor Beginn der Rückrunde einen komfortablen Vorsprung in der Tabelle hat, ist die Torjägerkanone der Bundesliga heiß umkämpft.

Vier Spieler haben in der Hinrunde 2010/11 bereits mehr als zehn Tore erzielt und keiner konnte sich bislang absetzen. bundesliga.de wirft einen Blick in die Datenbank und klärt, wer die besten Chancen hat, nach dieser Saison die Trophäe mit nach Hause zu nehmen.

Ein deutscher Stürmer unter den Top-Vier

Theofanis Gekas führt derzeit die Torjägerliste an. Der Stürmer von Eintracht Frankfurt traf bislang 14 Mal in den ersten 17 Partien, aber Freiburgs Papiss Demba Cisse ist dem Griechen mit 13 Tore aus 16 Spielen dicht auf den Fersen.

Den besten Lauf hatte vor der Winterpause Mario Gomez vom FC Bayern München. Der deutsche Nationalspieler hat sich in der Bundesliga in dieser Saison erst am 8. Spieltag erstmals in die Torschützenliste eingetragen und seitdem stehen zwölf Treffer für den Stürmer zu Buche. Aber auch Srdjan Lakic vom 1. FC Kaiserslautern ist mit seinen elf Tore auf jeden Fall noch in Schlagdistanz.

Drei Spieler liegen voll im Soll

In den vergangenen zehn Jahren waren mindestens 18 Tore nötig, um die Torjägerkanone zu gewinnen. Bei Marcio Amoroso und Martin Max reichte diese Anzahl in der Saison 2001/02 aus, um sich die Spitzenposition zu sichern. Durchschnittlich schoss der Torschützenkönig in den letzten zehn Spielzeiten 23,2 Tore - so gesehen liegen die ersten drei Stürmer der aktuellen Torjägerliste im Schnitt.

Allerdings sind Gekas und Co. auf einem guten Weg, den Bestwert der letzten Jahre zu knacken. Jeweils 28 Tore gelangen Ailton (Werder Bremen, 2003/04) und Grafite (VfL Wolfsburg, 2008/09). Zumindest der Frankfurter hat die Hälfte schon erreicht - und die stärkste Phase könnte erst noch kommen.

Steigerung in der Rückrunde

Denn die Torjäger konnten sich zuletzt nicht auf einer gelungenen Hinrunde ausruhen, in den vergangenen Jahren zeichnete sich ein klarer Trend ab. Wer Torschützenkönig werden möchte, muss vor allem in der Rückrunde voll da sein. Die letzten vier Top-Torjäger erzielten alle in der Rückrunde mehr Tore als in der Vorrunde, und dies deutlich. Edin Dzeko, Grafite, Luca Toni und Gekas verbesserten ihre Hinrundenbilanz um mindestens sechs Tore.

Am deutlichsten steigerte sich Dzeko, der 2009/10 in der Rückrunde mehr als doppelt so oft (15 Mal) einnetzte wie in der Hinrunde (7 Mal). Der Bosnier hatte ähnliches schon 2008/09 gezeigt, als er nach fünf Hinrundentoren in der Rückrunde 21 Mal traf und mit 26 Toren Zweiter hinter Teamkollege Grafite wurde.

Allerdings haben sowohl Dzeko, der momentan noch 5. der Torjägerliste ist, als auch Hugo Almeida als einer der 6. sich mit ihren Wechseln die Chance genommen, am Saisonende ganz oben auf der Liste zu stehen.

Freiburger noch ohne Torjägerkanone

Zwischen Gekas, Cisse, Gomez und Lakic dürfte sich in den kommenden Wochen und Monaten ein spannendes Rennen um die Torjägerkanone entwickeln, wobei Cisse auch eine vereinsinterne Bestmarke vor Augen hat.

Der bisherige Saisonrekord eines Freiburgers im Oberhaus (16 Tore), aufgestellt von Rodolfo Cardoso in der Saison 1994/95, ist für Cisse jedenfalls nur noch drei Tore entfernt. Allerdings hat noch nie ein Freiburger die Torjägerkanone gewonnen. Lautern kann zumindest einen Torschützenkönig vorweisen, die Frankfurter deren drei. Die Bayern stellten bereits 14 Mal den Top-Torjäger, allein Gerd Müller sicherte sich sieben Mal diese Ehre.

Trotzdem sollten die vier Stürmer an der Spitze der Torjägerliste auch mal einen Blick auf die Verfolger werfen. Die jüngsten Saisons und vor allem das Beispiel Dzeko zeigen deutlich: Mit einer starken Rückrunde könnte sich auch ein Außenseiter noch die Kanone sichern. Im Moment nur "unter ferner liefen" liegen zum Beispiel Dortmunds Lucas Barrios (8 Tore), Grafite oder Schalkes Klaas-Jan Huntelaar (beide 7).

Jessica Pulter