Der Nachfolger von Jos Luhukay auf dem Trainerstuhl von Borussia Mönchengladbach ist ein alter Bekannter: Hans Meyer kehrt zu den "Fohlen" zurück und soll die Mannschaft nach bislang erst einem Sieg und einem Unentschieden von den Abstiegsplätzen führen.

Auf der Pressekonferenz im Rahmen seiner Vorstellung erklärt er seine Gründe für die Rückkehr nach Gladbach und spricht über die Gemütslage im Abstiegskampf.

Frage: Herr Meyer, Sie kehren nach fünf Jahren als Trainer zu Borussia Mönchengladbach zurück. Was hat den Ausschlag für diese Entscheidung gegeben?

Hans Meyer: Die Kontakte sind nie ganz abgerissen. Ich habe immer mal wieder gefragt: Leben sie alle noch?

Frage: Ist es eine Herzensangelegenheit?

Meyer: Die Borussia ist von den acht Stationen, die ich bisher hatte, eine, an die ich immer besonders gerne gedacht habe, auch wenn ich nach dem Abstieg nicht nächtelang wach gelegen habe. Ich habe eine besondere Sympathie für diesen Verein. Das hat natürlich eine Rolle gespielt. Das soll jetzt nicht etwas sein, wo alle die Heuchelei heraushören.

Frage: Trauen Sie der Mannschaft den Klassenerhalt zu?

Meyer: Wenn ich hier unterschreibe, ist es sicher nicht nur eine Herzensangelegenheit, sondern ich unterhalte mich auch mit ein paar Leuten. Es ist eine komplizierte Aufgabe, richtig interessant. Ich habe herausgehört, dass sich in Gladbach richtig was getan hat. Es kann einfach nicht sein, dass Köln und Hoffenheim, die letztes Jahr hinter uns standen, fußballerisch plötzlich so viel besser sein sollen. Es muss einfach mehr in dieser Mannschaft stecken.

Frage: Christian Ziege wird vom Sportdirektor zu Ihrem Assistenten. Freut Sie das?

Meyer: Ich bin sehr froh, dass Christian sich dazu bereit erklärt hat. Christian, du wirst mir sehr helfen. Du hast in Italien und England gespielt. Sprachlich bist du mir mit meinen drei Brocken Holländisch und fünf Brocken Russisch deutlich voraus.

Frage: Wird es im Winter Verstärkungen für die Mannschaft geben?

Meyer: Die große Einkaufstour können wir nicht machen. Aber wenn wir der Meinung sind, in der Ausnahme könnte der Kader ergänzt werden, und wenn es bezahlbar ist, werden wir es das tun.

Frage: Wie beurteilen Sie die sportliche Situation?

Meyer: Sorge ist immer angebracht, wenn man da steht, wo wir jetzt stehen, aber sicher keine Panik.

Frage: Beim letzten Mal waren Sie dreieinhalb Jahre hier. Jetzt haben Sie einen Vertrag bis 2010 unterschrieben. Was passiert dann?

Meyer: Was interessiert euch, was Hans Meyer mit 70 macht? Die Frage könnt ihr doch in anderthalb Jahren noch mal stellen.

Frage: Mit Ihrem letzten Verein 1. FC Nürnberg haben Sie sich nach langem Rechtsstreit doch noch geeinigt?

Meyer: Wenn du acht Clubs in 38 Jahren hattest und noch nie vor Gericht gestanden hast, bedrückt es dich schon, wenn es so weit kommt. Es war so eine fantastische Zeit in Nürnberg, da bedrückt es mich, wie es geendet hat. Aber es ist glücklicherweise beigelegt.