Franck Ribery (r.) kam 2007 von Olympique Marseille an die Säbener Straße
Franck Ribery (r.) kam 2007 von Olympique Marseille an die Säbener Straße
Bundesliga

Sonderlob für das "kleine Herzchen"

Die Champions League startet in die heiße Phase - und bei Franck Ribery ist das Lachen zurückgekehrt: Die Mitspieler überschütten den Franzosen mit Lob, und auch seinen Trainer Louis van Gaal hat der Superstar wieder lieb.

Pünktlich vor dem Achtelfinal-Hinspiel des FC Bayern München gegen den AC Florenz am Mittwoch hat Ribery "den Spaß am Fußball wiedergefunden". Das ist nicht nur für den 26-Jährigen eine gute Nachricht.

Mit Ribery auf "anderem Level"

Zwar hat der Rekordmeister zuletzt auch ohne Ribery als Stammkraft zwölf Spiele in Folge gewonnen. Doch gerade in der heißen Phase der Saison will man es sich nicht leisten, auf einen Weltklassespieler wie ihn zu verzichten, der das Team laut Philipp Lahm "auf ein anderes Level heben" kann.

"Er bringt ein Extra in die Mannschaft, das wir nutzen müssen", sagte auch sein kongenialer Partner Arjen Robben, "es macht sehr viel Spaß mit ihm. Ich bin froh, dass er wieder fit ist."

Mario Gomez fallen nicht viele Flügelzangen ein, die eine ähnliche Qualität wie das französisch-niederländische Bayern-Duo aufweisen: "Ribery und Robben gehören für mich zur Weltklasse."

Bayern wollen "das Spiel bestimmen"

Dass durch zu viel Offensivdrang die Ordnung leiden könnte, befürchtet Gomez nicht: "Barcelona hat mit sechs Stürmern zwei Mal die Champions League gewonnen", bemühte der Nationalspieler ein prominentes Beispiel.

Man müsse sich "irgendwann für eine Philosophie entscheiden", sagte er, "und wir wollen nicht abwarten, sondern das Spiel bestimmen, weil wir die Spieler und den Trainer dazu haben."

Wer angesichts der ständigen Positionswechsel glaubt, Ribery und Robben würden wirbeln wie sie wollen, irrt sich. Denn ganz so locker geht Bayern-Coach van Gaal selbst mit seinen Kreativsten nicht um. "Ich will, dass auch die beiden defensive Arbeit machen", stellte der Niederländer klar.

"Robbery" sorgt für Wirbel

Abgesehen davon genießen sie aber alle Freiheiten. "Solange im Angriff immer alle vier Positionen besetzt sind, dürfen wir wechseln", sagte Robben, "das kann für den Gegner eine große Überraschung sein."

Nicht nur in Sachen Taktik sind die Fronten zwischen Ribery und seinem Trainer geklärt, auch menschlich passt es wieder. Im Gegensatz zum DFB-Pokalspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth (6:2), als der Supertechniker seinem Coach bei der Auswechselung den Handschlag verweigert hatte, war Ribery am Samstag gegen Borussia Dortmund handzahm, als er in der 70. Minute den Platz verließ. "Er war gegen Fürth ein bisschen böse", sagte van Gaal, "aber ich habe ihm erklärt, dass ich auch immer an die nächsten Spiele denken muss."

Ribery hat viel vor

Es klingt, als würde Ribery diese Sichtweise mittlerweile akzeptieren: "Mit dem Trainer war alles besprochen, damit ich am Mittwoch gegen Florenz spielen kann." Allerdings legte er Wert auf die Feststellung, dass es auch zuvor "nichts Schlimmeres" oder gar "Ärger" gegeben habe.

"Er ist ein freundlicher Kerl", findet van Gaal, "ein kleines Herzchen" - noch dazu eines, für das nach seinen jünsten beiden Teileinsätzen ein Tor und stolze vier Assists zu Buche stehen.

Glaubt man Ribery, ist das Ende der Fahnenstange damit aber längst nicht erreicht: "Ich bin noch nicht bei 100 Prozent und kann noch besser spielen", sagte er. Der AC Florenz wird es als Drohung verstehen.