Neues Gefühl: Yann Sommer hielt gegen Frankfurt seinen ersten Elfmeter in der Bundesliga - © imago / Jan Huebner
Neues Gefühl: Yann Sommer hielt gegen Frankfurt seinen ersten Elfmeter in der Bundesliga - © imago / Jan Huebner
Bundesliga

Sommer-Festspiele und Eberls neue Herausforderung

Frankfurt - Yann Sommer strahlte nach seiner Premiere und sagte erleichtert: "Es wurde ja auch mal Zeit." Endlich - in seinem 88. Bundesliga-Einsatz - war es soweit: Endlich hatte der Torwart von Borussia Mönchengladbach einen Elfmeter in der Liga gehalten und auch mit anderen Paraden seiner Elf bei Eintracht Frankfurt das 0:0 und somit einen Punkt gerettet.

Strobl fehlt gegen Hertha

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Wie ein Panther sprang der Schweizer Nationaltorwart in der 78. Minute in die rechte Torwartecke und wehrte den Strafstoß von Marco Fabian ab. Schon zuvor reagierte Sommer mehrfach prächtig, zum Beispiel bei einem Schuss von Branimir Hrgota (59.). Für Gladbachs Trainer Dieter Hecking war Sommer der Garant für den glücklichen Punktgewinn der Niederrheiner. "Die deutlich schlechtere Mannschaft hat einen Punkt geholt, wir müssen uns bei Yann Sommer bedanken. Er ist ein überragender Torwart. Nicht nur heute, sondern schon in den vergangenen Spielen hat er uns Punkte gerettet. Er hat eine gute Phase, die soll er möglichst lange halten", lobte Hecking.

Auch die Schlussphase in Unterzahl überstanden die Gladbacher gegen feurigere Frankfurter - Schiedsrichter Harm Osmers hatte Mittelfeldspieler Tobias Strobl nach zwei Fouls mit Gelb-Roter Karte frühzeitig in die Kabine geschickt (85.). Strobl wird also im nächsten Spiel am Mittwoch gegen Hertha BSC fehlen und nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Christoph Kramer seinem Trainer Dieter Hecking bei der Aufstellung auf der Sechserposition Kopfzerbrechen bereiten.

Video: Hinspiel Hertha gegen Gladbach

Eberl bleibt bei der Borussia

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Mit 33 Punkten auf Rang zehn beträgt der Abstand auf den 1. FC Köln auf dem ersten sicheren Europa-League-Platz sechs ebenso vier Zähler wie auf den Drittletzten FC Augsburg. "Die Tabellenkonstellation birgt gleichzeitig Gefahr und Hoffnung. Wir müssen einfach auf uns schauen und unsere Qualität auf den Platz bringen", forderte Kapitän Lars Stindl, der nach langer Verletzungspause noch nicht die gewohnte Präzision in seinen Aktionen hatte. Denkt man optimistisch, hat die Borussia also immer noch die realistische Option für eine Europapokalteilnahme am Ende dieser Saison, auch wenn in Frankfurt das dritte sieglose Spiel in Serie folgte und - rechnet man die beiden Spiele gegen Schalke beim Aus in der Europa-League dazu - schon das fünfte Pflichtspiel ohne Sieg.

Auftrieb könnte aber eine Personalentscheidung von großer Tragweite bringen, die die Borussia am Samstagmorgen bekannt gegeben hatte: Sportdirektor Max Eberl verlängerte seinen ohnehin bis 2020 laufenden Vertrag bis 2022. "Emotional" sei es gewesen, erzählte Lars Stindl, als Eberl am Donnerstag der Mannschaft seine Entscheidung verkündet habe. "Max hat sehr viel Stil", findet Stindl, "und es spricht für uns Spieler, dass vorher nichts rausgekommen ist. Wir freuen uns alle sehr." Auch Trainer Dieter Hecking feierte den strategischen Erfolg abseits des Rasens. "Für den Verein ist Max eine herausragende Persönlichkeit, die für den großen Aufschwung der vergangenen Jahre steht", sagte er: "Wir arbeiten jetzt drei, vier Monate zusammen und es ist, als wären es schon fünf Jahre. Das Vertrauen ist groß und es wäre schade gewesen, wenn es vielleicht doch ein Angebot gegeben hätte und Max weggegangen wäre."

- © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Maja Hitij

Zwei Stammspieler gehen

Nachdem der Abschied von Mittelfeldtalent Mahmoud Dahoud am Ende der Saison zu Borussia Dortmund und die Rückkehr des ausgeliehenen Abwehrspielers Andreas Christensen zum FC Chelsea vergangene Woche bekannt geworden waren, hat Eberl in der kommenden Sommerpause also wieder einmal eine schwere Aufgabe vor sich. Eine Europapokalteilnahme würde diese Herausforderung sicher ein bisschen erleichtern.

>>> Dahoud macht den nächsten Schritt

Aus Frankfurt berichtet Tobias Schächter