Für bundesliga.de analysiert Hoffenheims Keeper Timo Hildebrand die Niederlage gegen Bayer Leverkusen und wagt einen Blick voraus auf die Partie in Stuttgart.

Trotz der 1:4-Schlappe gegen Bayer Leverkusen und der ersten Heimpleite der Saison schaut Hoffenheims Keeper Timo Hildebrand mit Vorfreude auf die anstehende Partie gegen seinen alten Verein, den VfB Stuttgart.

bundesliga.de: Timo Hildebrand, wie erklären Sie sich die Niederlage gegen Bayer?

Timo Hildebrand: Wir sind schnell mit zwei Toren in Rückstand geraten. Dann haben wir eigentlich sehr gut gespielt, uns noch einmal rangekämpft und den Anschlusstreffer erzielt. Das 3:1 kurz vor der Halbzeit war dann besonders schwer zu verdauen.

bundesliga.de: Die ersten vier Bälle, die Sie aufs Tor bekommen haben, waren alle drin. Wie sehr nagt das an einem Torwart?

Hildebrand: Für einen Keeper ist das sicher kein ideales Spiel. Aber Leverkusen hat auch eine Topleistung gebracht. Denen hat alles in die Karten gespielt. Wir dürfen den Kopf jetzt nicht hängen lassen, solche Spiele passieren nun mal.

bundesliga.de: Wo sehen Sie die Fehler Ihrer eigenen Mannschaft?

Hildebrand: Wir haben kurz vor der Halbzeit das 3:1 und direkt danach das 4:1 bekommen. So was senkt ganz klar die Moral und es fällt einem unheimlich schwer, sich dann wieder ranzukämpfen. Die Leverkusener als Spitzenmannschaft haben darüber hinaus genug Cleverness und Qualität, um sich den Sieg bei so einer Führung nicht mehr abnehmen zu lassen.

bundesliga.de: Liegt es jetzt auch an Ihnen als erfahrenem Spieler, die anderen aufzubauen?

Hildebrand: Die Jungs machen das schon selbst, auch wenn sowas an einem nagt. Aber Sie haben in der Hinrunde die Erfahrung einer solchen Niederlage in Leverkusen gemacht und bewiesen, dass sie nicht aufgeben. Die Mannschaft hat auf alle Fälle genug Charakter, um solche Rückschläge wegzustecken.

bundesliga.de: In der Hinrunde war die Niederlage gegen Bayer 04 eine Art Aufbruchssignal. Danach wurden sechs aus acht Spielen gewonnen. Gilt dasselbe jetzt für die Rückrunde?

Hildebrand: Na hoffentlich. Mal sehen, was die nächsten Spiele bringen werden. Wir werden auf keinen Fall den Kopf in den Sand stecken.

bundesliga.de: Ihr Einstand hier in Hoffenheim verlief eher holprig. Letzte Woche die Verletzung, nun die Niederlage.

Hildebrand: Das ist für mich nichts Neues. In Valencia gab es harte Zeiten, auch in Stuttgart wären wir einmal fast abgestiegen. Das gehört dazu und da muss man auch durch.

bundesliga.de: Stuttgart heißt auch der nächste Gegner. Der Club, mit dem Sie noch vor zwei Jahren Deutscher Meister wurden. Ein besonderes Spiel?

Hildebrand: Nein, überhaupt nicht. Spaß beiseite, natürlich ist das was Besonderes und ich freue mich unheimlich auf dieses Spiel, auch wenn ich lieber mit einem Sieg im Gepäck hingefahren werde.

bundesliga.de: Gibt es eine besondere Vorbereitung auf so eine Partie?

Hildebrand: Nein, wir werden wie sonst auch trainieren. Durch die Verletzung letzte Woche konnte ich das nur sehr eingeschränkt machen. Ich hoffe, dass es diese Woche wieder besser wird.

bundesliga.de: Haben Sie noch Kontakt zur Stuttgarter Mannschaft?

Hildebrand: Klar gibt es noch Kontakte. Einige meiner besten Freunde arbeiten noch beim Verein. Ich bin selbst auch oft in Stuttgart, jetzt wo ich es nicht mehr so weit habe.

bundesliga.de: Was muss dort wieder besser laufen?

Hildebrand: Die couragierte Leistung nach den ersten beiden Treffern müssen wir erneut abrufen. Das sah ganz gut aus. Und dann sollten wir nach Möglichkeit einen so frühen Rückstand von zwei Toren vermeiden.

bundesliga.de: Was war die größte Umstellung für Sie, nach dem Wechsel von Valencia in die Provinz nach Hoffenheim?

Hildebrand: Die Temperatur. Hier ist es verdammt kalt. Und es gibt kein Meer.

bundesliga.de: Und es ist auch weniger los als in der Metropole?

Hildebrand: Das ist mir egal. Ich bin wieder näher bei meiner Familie und bei meinen Freunden. Mir geht es gut, ich fühle mich sehr wohl hier und habe es in keiner Weise bereut, dass ich aus Valencia weggegangen bin. Außerdem kann ich wieder Fußball spielen und was Schöneres gibt es doch nicht. Selbst wenn man mal vier Tore bekommt.

Das Gespräch führte Daniel Dillmann