Köln - Inzwischen sind schon zehn Jahre vergangen seit dem schicksalshaften Tag, der dem Leben von Stale Solbakken wie aus dem Nichts eine Wendung gab. Der Norweger brach auf dem Trainingsplatz zusammen, erlitt einen Herzstillstand und war acht Minuten lang klinisch tot, ehe ein Notarzt den damals 33-Jährigen zurückholte.

Nach der Begegnung mit dem Tod musste Solbakken seine Profikarriere beenden und wurde Trainer - in der kommenden Saison sitzt er beim 1. FC Köln auf der Bank.

Sehr erfolgreich mit dem FC Kopenhagen

Ein vorher unbemerkt gebliebener angeborener Herzfehler war Auslöser der Nahtod-Erfahrung, die den damaligen Spieler des dänischen Spitzenclubs FC Kopenhagen zur Umschulung zwang. Ein Herzschrittmacher ist alles, was den ehemaligen Nationalspieler körperlich noch mit dem Vorfall verbindet.

Solbakken fasste im Trainerberuf schnell Fuß, den Club HamKam aus Hamar führte er mit zwei aufeinanderfolgenden Aufstiegen nach jahrelanger Abstinenz zurück in die höchste norwegische Spielklasse. 2005 wechselte Solbakken zurück zum FC Kopenhagen und wurde seitdem in sechs Jahren fünf Mal dänischer Meister. Zwei Mal schaffte der Club in dieser Zeit die Qualifikation für die Champions League. Von seinen Fans in Dänemark wird er vergöttert, von seinen Kritikern respektiert.

Ausstiegsklausel ermöglicht den Wechsel

Doch die dänische Kultfigur mit norwegischem Pass sucht nach den erfolgreichen Jahren beim FCK jetzt eine neue Herausforderung, sein Abschied aus Kopenhagen war deshalb schon länger beschlossene Sache. Norwegens "Trainer des Jahres" 2004 sollte eigentlich ab dem 1. Januar 2012 die Nationalmannschaft seines Heimatlandes übernehmen, gegen eine Ablösesumme kann der charismatische Glatzkopf aber vorher aussteigen. Der 43-Jährige hat sich eine Ausstiegsklausel in den Dreijahresvertrag setzen lassen, die den Wechsel zu einem Club möglich macht.

Am Samstag gab der FC nun die Einigung mit Solbakken und dem norwegischen Fußballverband über den Wechsel bekannt. Am Dienstag wird der Trainer im Rahmen einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt.

Finke räumt den Trainerplatz

Mit der Verpflichtung von Solbakken hat Interimstrainer Finke die wichtigste Personalie für die kommende Bundesliga-Saison vom Tisch. Außerdem kann sich der 63-Jährige wieder auf seine eigentliche Aufgabe hinter den Kulissen konzentrieren.

Beim FC Kopenhagen wird man Solbakken vermissen, beim FC darf man sich auf den Neuen freuen. "Wenn er wirklich nach Köln wechselt, ist es vielleicht die beste Entscheidung für den Verein seit 50 Jahren", sagte FCK-Sportdirektor Carsten Vagn Jensen dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Solbakken kommt, die Vorschusslorbeeren sind schon da.