Walchsee - Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und 25 Grad Celsius: Am ersten Tag des Kölner Trainingslagers am österreichischen Walchsee herrschte Kaiserwetter. Dennoch standen die Stars des rheinischen FC gleich zu Beginn mächtig im Regen.

Schuld war eine Sprinkleranlage, die kurzfristig auf dem satten Grün ansprang. Lukas Podolski, Michael Rensing, Martin Laning und Pedro Geromel rückten beim Warmlaufen in langer Reihe deshalb schnell zusammen. Ob die Bewässerung gewollt war? Auf jeden Fall schweißte das die Profis zumindest bildlich noch näher zusammen.

McKenna langt hin

Nach dem lockeren Aufgalopp trennte sich dann aber die Spreu vom Weizen. Die Spieler, die am Vortag beim Eröffnungsspiel der Arena in Thun gegen den heimischen Namensvetter FC in der Startelf aktiv oder angeschlagen waren, liefen ein paar Runden aus.

Die anderen wurden zu einer sehr intensiven ersten Einheit im Fünf-gegen-fünf mit zwei Jokern gebeten. Schnelles Spiel auf engstem Raum mit höchstem Einsatz. Dass es von Beginn an um die Stammplätze ging, bewies vor allem Kevin McKenna. Der kanadische Routinier langte ein ums andere Mal schon richtig hin, sehr zum Leidwesen von Ersatzkeeper Miro Varvodic und dessen linken Knöchel.

Solbakken is watching you

Von alldem unbeeindruckt zeigte sich aber der wohl wichtigste Mann auf dem Trainingsplatz der Seeresidenz am Walchsee. Nein, gemeint ist nicht Lukas Podolski. Auf Stale Solbakken ruhten die Blicke der rund 150 Kiebitze hinter dem Maschendrahtzaun.

Der neue Trainer der Geißböcke griff aber nicht selber ins Geschehen ein, viel mehr saugte der glatzköpfige Hüne jede Aktion hoch konzentriert auf. Dem Norweger entging sicherlich nichts.

Wiggen hadert

Sein verlängerter Arm gab dafür lautstark das Kommando an. Bard Wiggen, der schon beim FC Kopenhagen Solbakkens Co war, hatte am Sonntag auf dem Platz das Sagen. Da seine Deutschkenntnisse jedoch noch nicht ausreichend sind, korrigierte er die Fehler der Spieler auf Englisch.

Sie würden nicht genügend laufen, und wenn, dann wäre das alles zu wild, mahnte Wiggen die Profis an. Seine Erkenntnisse teilte er immer auch mit Patrick Weiser und Ibrahim Tanko. Die beiden ehemaligen Profis und jetzigen Assistenten sollen mithelfen, die nötigen Grundlagen in Sachen Technik und Physis zu erarbeiten.

Am Ende der 90-minütigen Einheit wirkte Stale Solbakken mit der Arbeit seiner Schützlinge aber sehr zufrieden. Die Spieler, die über die volle Distanz gehen mussten, hätten sich sicherlich nicht beschwert, wäre die Sprinkleranlage zur Abkühlung ein zweites Mal angesprungen.

Aus Österreich berichtet Michael Reis