München - Asien erobert die Bundesliga. Besonders der Dortmunder Shinji Kagawa, der von den Usern von bundesliga.de zum "Spieler der Hinrunde" gewählt wurde, startete auf fremdem Terrain voll durch.

Auch andere Fernost-Exporte wie Heung-Min Son oder Atsuto Uchida überzeugten und ebneten weiteren Neuzugängen aus Asien, wie beispielsweise Kölns Japaner Tomoaki Makino oder dessen Landsmann Hajime Hosogai in Augsburg den Weg.

bundesliga.de hat in der Datenbank gestöbert, nimmt drei Japaner sowie jeweils einen Südkoreaner, Nordkoreaner und Chinesen unter die Lupe und zeigt wie wichtig sie für ihre deutschen Clubs sind. Denn diese fernöstlichen Fußballkünstler sind die prominentesten Vertreter der Bundesliga beim Asien-Cup, der am 7. Januar mit der Partie Katar gegen Usbekistan eröffnet wird, und könnten möglicherweise bis Ende Januar in Deutschland fehlen.

Das Super-Schnäppchen: Shinji Kagawa

Nur ausgemachte Experten kannten Shinji Kagawa vor dessen Engagement bei der Dortmunder Borussia. Mittlerweile kennt jeder Fußballinteressierte in Europa den Namen des kleinen Japaners, der einer der tragenden Säulen im Gerüst von Dortmunds Erfolgself ist. Der offensive Mittelfeldspieler war in jedem Ligaspiel dabei, bestritt 89 Prozent der möglichen Einsatzzeit und war an neun Toren direkt beteiligt. Acht davon erzielte er selbst und ist damit (mit Bayers Vidal) der torgefährlichste Mittelfeldspieler der Liga. Insgesamt bedeuten neun Scorerpunkte eine Torbeteiligung von 23 Prozent. Der Ausfall des Spielmachers wiegt unheimlich schwer und wird für den BVB nur schwer zu kompensieren sein.

Der Punktegarant: Atsuto Uchida

Der Abwehrspieler war aufgrund seiner Position zwar an keinem Treffer direkt beteiligt, steht aber wie kaum ein zweiter für den Aufschwung der "Knappen" in der zweiten Hälfte der Hinserie. 86 Prozent ihrer Punkte holten die "Königsblauen", wenn Atsuto Uchida für sie auf dem Platz stand, was er in 67 Prozent der Hinrundenminuten tat. Von den vier Bundesligaspielen, in denen er fehlte, verlor Schalke drei. Felix Magath und die Schalker werden den Japaner schmerzlich vermissen.

Der Erfahrene: Makoto Hasebe

Vier Spielzeiten agiert der Japaner Makoto Hasebe nun schon für den VfL Wolfsburg, wurde Deutscher Meister und war zumeist Stammspieler. Auch in dieser Saison kam der defensive Mittelfeldspieler auf 52 Prozent der mögliche Einsatzzeit. Auch Hasebe ist ein Garant für viele Zähler: Ganze 74 Prozent seiner Punkte holte Wolfsburg mit Hasebe auf dem Feld, ohne ihn gewannen sie nur eine von sechs Partien. Außerdem bereitete er einen Treffer vor. Wolfsburg wird froh sein, wenn der Mittelfeldstratege wieder zurück ist.

Das Mega-Talent: Heung-Min Son

Der Jungspund aus Südkorea kam aufgrund eines Fußbruchs nur auf 25 Prozent der möglichen Einsatzzeit. In dieser kurzen Zeitspanne sorgte Heung-Min Son allerdings gleich für Aufsehen: Gleich in seiner ersten Bundesligapartie erzielte er einen Treffer, ließ gegen Hannover zwei weitere folgen. In den Partien, in denen er mitwirkte, kam der HSV auf sechs Zähler und damit ein Viertel seiner Gesamtpunkte. Beeindruckend ist seine Trefferquote: Nur 128 Minuten brauchte der 18-jährige im Schnitt für einen Treffer. Würde man diese Quote hochrechnen, stünde er bei zwölf Toren - pro Halbserie! Son wird den Hanseaten fehlen, war aber gegen Hinrundenende auch nicht mehr Teil der Stammelf.

Der Nordkorea-Knipser: Chong Tese

Nordkoreas einziger Bundesliga-Export eroberte die 2. Bundesliga im Sturm. Auf Anhieb Stammspieler, kam er auf 82 Prozent der Einsatzzeit, war an zehn Treffern direkt beteiligt (davon acht Tore) - was eine Torbeteiligung von 48 Prozent bedeutet. War er mit von der Partie, holte Bochum 89 Prozent seiner Punkte. Zudem war der Sturmtank der Spieler der 2. Bundesliga, der die meisten Ballkontakte im gegnerischen Strafraum hatte. Chong Tese ist für Bochum derzeit praktisch unersetzbar. Trotz Kagawa: Teses Abstellung zum Asien-Cup wiegt für seinen Club am schwersten von allen beteiligten Vereinen.

Der Kurzarbeiter: Hao Junmin

Von den Asiaten in der Liga kam der Chinese Hao Junmin auf die wenigste Einsatzzeit (25 Prozent) - nur am 1. Spieltag stand er in der Startelf. Der Mittelfeldspieler schaffte keine Torbeteiligung. Schalke holte mit ihm auf dem Feld nur einen einzigen Zähler. Seine Abstellung ist für den Tabellenzehnten zu verkraften, die Spielpraxis könnte für ihn und Schalke eher noch positiv sein.

Christoph Gschoßmann