Sechs Minuten vor Abpfiff führte der FC Bayern München im Heimspiel gegen den VfL Bochum bereits mit 3:1. Nach 90 Minuten stand es 3:3. Für den Bayern bedeuten die neun Punkte nach sieben Spieltagen den schlechtesten Saisonstart seit 34 Jahren.

In der Saison 1974/75 starteten die Münchner zuletzt noch schlechter. Nach sieben Spielen fand man sich damals auf Platz 12 wieder. Am Saisonende wurde man Zehnter. Mittelfeldspieler Bastian Schweinsteiger sucht nach dem Spiel gegen Bochum Erklärungen, wie man so durchwachsen in die aktuelle Spielzeit starten konnte.

Frage: 3:3 gegen Bochum. Haben Sie eine Erklärung für diesen unglücklichen Punktverlust?

Bastian Schweinsteiger: So schnell nach dem Spiel ist es schwierig, Gründe für den späten Punktverlust zu finden. Wir führen hier souverän mit 3:1 und haben das Spiel im Griff. Fakt ist, dass uns so etwas einfach nicht passieren darf. Generell kassieren wir bisher zu viele Tore. Das ärgert uns natürlich und wir müssen schauen, dass wir das so schnell wie möglich abstellen.

Frage: Waren die Auswechslungen, des bis dahin überragenden Ze Roberto und ihnen vielleicht eine Ursache?

Schweinsteiger: Nein. Wir haben einen großen Kader mit vielen guten Spielern. Unser Kader ist stark genug, das zu kompensieren. Es war die Entscheidung des Trainers und wir Spieler stehen voll hinter ihm. Es lag nicht daran, dass er diese Wechsel vorgenommen hat und wir dadurch noch zwei späte Treffer kassiert haben.

Frage: Waren Sie sich nach dem 3:1 vielleicht zu sicher und haben sich auf der Führung ausgeruht?

Schweinsteiger: Schwer zu sagen. Ich hatte gerade in der zweiten Halbzeit ein gutes Gefühl. Wir haben das Spiel kontrolliert, uns viele Torchancen erarbeitet und hätten noch weitere Treffer nachlegen können.

Frage: Haben Sie eine Erklärung dafür, warum Kapitän Mark van Bommel erneut nur auf der Bank gesessen hat?

Schweinsteiger: Diese Frage muss man eher dem Trainer stellen. Der entscheidet, wer letztendlich in der ersten Elf steht. Wir versuchen, das Bestmögliche auf dem Platz zu machen.

Frage: Aber ungewöhnlich ist diese Maßmahme doch schon, oder?

Schweinsteiger: Natürlich ist es ungewöhnlich, wenn der Kapitän plötzlich auf der Bank sitzt. Das war nun Mal die Entscheidung des Trainers und die haben alle zu akzeptieren.

Frage: Sind Sie froh, dass es jetzt erst Mal zur Nationalmannschaft geht und Sie den Trubel in München wenigstens für kurze Zeit hinter sich lassen können?

Schweinsteiger: Das beim FC Bayern etwas los ist, wenn wir nicht so spielen, wie wir uns das vorstellen und die angestrebten Ergebnisse ausbleiben, ist nichts Ungewöhnliches. Ich bin lange genug in München, um an solche Umstände gewöhnt zu sein. Es gibt nun Mal Phasen im Leben, da läuft es schlecht und momentan ist das in der Bundesliga eben der Fall. Wir müssen jetzt an den Dingen arbeiten, die wir noch nicht so gut hinbekommen. Dann wird es auch wieder bessere Zeiten geben.

Frage: Haben Sie Mitleid mit ihrem Trainer, der in dieser schwierigen Phase, die geballte Ladung abbekommt?

Schweinsteiger: In erster Linie stehen wir Spieler auf dem Platz und machen die Fehler, von denen unsere Gegner profitieren. Der Trainer steht nicht auf dem Platz.

Aufgezeichnet von Florian Bruchhäuser