Köln - Das lange Warten hat ein Ende, der Bann ist gebrochen. Nach fast fünfmonatiger Durststrecke hat der 1. FC Köln wieder einen Heimsieg eingefahren.

Durch den furiosen 4:2-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt hat sich das Team von Trainer Peter Stöger wieder Luft im Abstiegskampf verschafft. Nach der Partie stellte sich ein zufriedener Torwart Timo Horn zum Interview. 

Frage:Timo Horn, Glückwunsch zum ersehnten Heimsieg. Wie groß ist die Erleichterung?

Timo Horn: Sehr groß. So ein Spiel haben wir gebraucht. Endlich ist uns zuhause ein Befreiungsschlag gelungen, noch dazu mit vier Toren. Es tut gut, dass der Knoten heute geplatzt ist und wir einen deutlichen Sieg einfahren konnten. Ein kleiner Wermutstropfen ist natürlich die Rote Karte von Kevin Wimmer. Aber damit müssen wir nun leben. Ich hab den Ball dann auch extra reingelassen, damit er nicht allzu lange gesperrt wird (lacht). War natürlich nur Spaß.

"Wir haben sehr gut verteidigt"

Frage: Wie würden Sie diesen Erfolg einordnen?

Horn: Nach den Ergebnissen am Samstag war es für uns wie ein Sechs-Punkte-Spiel und der Sieg ist entsprechend wichtig. Auch in Hinblick auf das Spiel in Dortmund. Der BVB ist wieder in die Spur gekommen und zuhause derzeit sehr stark. Dort ist es ohnehin immer enorm schwer. Durch den Dreier haben wir uns eine etwas bessere Ausgangslage geschaffen.

Frage: Was hat sich seit dem DFB-Pokal-Aus in Freiburg verändert?

Horn: Wir haben einfach weiter konzentriert gearbeitet und unsere Fehler analysiert. Teilweise hatten wir in den vorherigen Spielen nur kurze Phasen, in denen wir nicht so konzentriert waren. Dies wollten wir abstellen und vor allem defensiv zu unserer alten Stärke zurückfinden. Dass man Alex Meier mit seiner Qualität nicht immer ganz verteidigen kann, ist auch klar. Er spielt eine Wahnsinns-Saison. Aber gerade in der ersten Halbzeit kann ich mich an keine Frankfurter Torchance erinnern. Wir haben sehr gut verteidigt. Das war die Basis. So kann es auf jeden Fall weitergehen.  

Frage: Wie haben sie die engagierte Vorstellung von Deyverson erlebt?

Horn: Er ist ein Typ, der in jedem Training alles gibt und sich immer voll reinhaut. Man sieht das Feuer in seinen Augen. Ich denke, der Trainer hat ihn bewusst runter genommen, weil er sich viele harte Duelle mit Zambrano geliefert hat. Es ist für eine Mannschaft enorm wichtig Spieler zu haben, die sich so in die Kopfballduelle reinhauen. Anthony Ujah macht das auch in jedem Spiel.

"Voller Einsatz ist die Grundvoraussetzung"

Frage: So wie vor dem 1:0?

Horn: Genau, auf diese Weise sind wir in Führung gegangen. Das Tor war ja weniger herausgespielt, sondern ist eher durch vollen Körpereinsatz entstanden. Der Trainer hat diese Woche auch angesprochen, dass wir kämpfen müssen, auch wenn es spielerisch nicht so schön aussieht. Voller Einsatz ist die Grundvoraussetzung.

Frage: Zusätzlich zu Kevin Wimmer, der gesperrt fehlen wird, könnte auch Pawel Olkowski verletzt ausfallen. Wie schmerzlich wäre dieser Ausfall?

Horn: Pawel ist ein Spieler, der nicht schauspielert. Wenn er liegen bleibt, dann hat er sich wirklich wehgetan. Wir hoffen, dass es nicht allzu schlimm ist, weil er sich richtig gut in die Mannschaft gespielt hat und ein wichtiger Bestandteil ist.

Frage: Wie schön war es, endlich mal wieder mit den Zuschauern im eigenen Stadion einen Dreier zu feiern?

Horn: Die Fans waren in den letzten Wochen immer mit voller Unterstützung dabei und peitschen uns immer nach vorne. Auch in diesem Spiel waren sie wieder fantastisch. Daher sind wir froh, dass wir ihnen auch endlich mal einen Heimsieg schenken konnten. Uns Spielern tut der Sieg mit Blick auf die kommenden Aufgaben natürlich auch sehr gut. Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Wir werden versuchen vor allem zuhause weiter dreifach zu punkten.

Aus Köln berichtet Markus Hoffmann