Hannover - Das Pressegespräch mit Chefcoach Mirko Slomka am Montag stand noch ganz im Zeichen der Niederlage von Elversberg. Das Vertrauen in die "Roten", das in der letzten Saison aufgebaut und nur durch eine Partie zunichte gemacht wurde, wollen Mannschaft und Trainer nun gegen Eintracht Frankfurt zum Ligastart wieder zurückgewinnen.

Neben dem offenkundig mängelbehafteten Auftritt seines Teams scheint Slomka besonders der Misskredit bei den Fans zu beschäftigen, der die Konsequenz des Scheiterns durch eigene Unzulänglichkeiten ist. "Wir haben mit einem einzigen Spiel alles zunichte gemacht, was wir uns in der letzten Saison an Vertrauen bei den Fans erarbeitet haben. Wir selber sind unglaublich enttäuscht, genauso wie alle, deren Herz an Hannover 96 hängt."

Selbstkritik und Verständnis für die Fans

Nicht nur die Reaktionen der treuen Fans, die den Weg nach Elversberg auf sich genommen hatten, dokumentieren, dass die Stimmung noch vor dem Start in die Punktspiele alles andere als gut ist. Auch in diversen Foren machen erzürnte Fans ihrem Ärger Luft. Innenverteidiger Emanuel Pogatetz konnte unmittelbar nach dem Aus im Elfmeterschießen den Unmut der Anhänger nachempfinden: "Für sie tut mir das leid. Die machen die weite Fahrt, zahlen Geld und haben uns bis zuletzt angefeuert. Ich habe für die Reaktionen Verständnis." Auch Jörg Schmadtke teilte die Aussage Pogatetz  und schritt nach der Partie voran, um sich den wartenden Fans "zu stellen", die vor dem Mannschaftsbus auf Erklärungen warteten.

Die Mannschaft nahm dabei nicht nur die Fans in Schutz, sondern sich selbst auch in die Kritik. "Wir haben den Pokalfight zu keinem Zeitpunkt angenommen", konstatierte etwa Sergio Pinto, der sich selbst und seine Mitspieler als "sicheren" Absteiger ausmacht, sollten sich ähnlich schwache Leistungen wie die in Elversberg abgelieferte in der Bundesliga wiederholen.

Slomka machte indes deutlich, dass die Mannschaft gegen Frankfurt zeigen will, "dass wir nicht aufgeben und den Fans das Vertrauen zurückgeben möchte." Nach Gesprächen mit dem Team, das auf der Rückfahrt nach Hannover einerseits "sehr ruhig", andererseits "in Diskussionen" vertieft versuchte, Erklärungen und Lösungen zu finden, sei dieses Bestreben deutlich geworden.