Hamburg - Noch am Mittwoch drückte der Neuzugang des Hamburger SV aus Norwegen, Per Skjelbred, für Rosenborg Trondheim in der Champions League-Qualifikation die Daumen. Leider ohne Erfolg. Sein Ex-Team konnte die Hinspielniederlage gegen FC Viktoria Pilsen (0:1) nicht mehr egalisieren und unterlag auch im Rückspiel dem letztjährigen Meister aus Tschechien mit 2:3. Skjelbred selbst wurde nicht mehr für das Spiel nominiert, da er aus dem letzten Spiel einen Ellbogenschlag gegen die Kopf bekam und die Ärzte sicherheitshalber gegen einen Einsatz votierten. Stattdessen packte er die Koffer und reiste nach Hamburg.

In der Hansestadt beginnt für den Norweger ein neues Kapitel in seiner Karriere. Schon früh hätte Skjelbreds Weg ins Ausland führen können, als er nach dem Sieg bei der Fernseh-Casting-Show "Profitraum" zum besten Nachwuchstalent Norwegens gekürt wurde. Im Siegerpaket befand sich damals ein zweiwöchiges Probetraining beim FC Liverpool, wo sich die Nachwuchshoffnung auszeichnen konnte.

"Hallo, ich bin Per. Ich komme aus Norwegen"

Einen Jugendvertrag von den Reds lehnte der damals 13-Jährige ("Meine Mutter hatte etwas dagegen") jedoch ab und unterzeichnete einen Profivertrag bei Rosenborg Trondheim. Mit dem norwegischen Traditionsverein erreichte der offensive Mittelfeldspieler vier Meistertitel und avancierte zum unumstrittenen Leistungsträger. Möglichkeiten für einen Wechsel hatte Skjelbred schon früher. Jahr für Jahr kamen Angebote von großen Clubs, doch sein ehemaliger Arbeitgeber wollte seinen Stammspieler nicht abgeben. Jetzt sucht der 17fache A-Nationalspieler neue Herausforderungen - mit Hamburg in der Bundesliga.

Mit der Sprache klappt es schon ganz gut: "Hallo, ich bin Per. Ich komme aus Norwegen", so berüßte der Neuzugang die wartenden Journalisten in Hamburg. Gut gelaunt erreichte der 24-Jährige Mittelfeldakteur am Donnerstag (04. August) die Hansestadt. "Als ich von dem Interesse des HSV gehört habe, habe ich sofort zugesagt. Ich bin froh, dass es geklappt hat." Skjelbred fühlt sich bereits jetzt sehr wohl in der Hansestadt "Ich war überrascht, als ich nach Hamburg kam, wie grün die Stadt ist. Überall Bäume, ideal für meinen kleinen Sohn Jonathan (9 ½ Monate alt)", der zusammen mit seiner 24-Jährigen Frau Christina mit dem Auto nachkommt.

Erstes Training mit den neuen Kollegen

In Hamburg angekommen sprießt der Familienvater vor Tatendrang. Er wolle nun möglichst schnell Deutsch lernen und seinen Platz im Team finden. "Ich bin ein ganz normaler Kerl, nichts Besonderes. Ich trainiere hart und stelle mich in den Dienst der Mannschaft.", beschreibt Skjelbred sich selbst. Schon an seinem ersten Tag in Diensten des HSV stand er auf dem Trainingsplatz und konnte sich mit der Mannschaft vertraut machen.

Trainer Michael Oenning schätzt an seinem neuen Schützling insbesondere die Ballsicherheit und Schnelligkeit: "Er ist ein guter Fußballer. Kein klassischer 10er, aber durch seine Ballsicherheit und Schnelligkeit sicher ein Gewinn für das Team." Hinzu komme, dass er durch die laufende Saison in Norwegen bereits voll im Saft stünde, so Oenning. Wann Skjelbred in den Kader rückt, steht noch aus. "Das kann schnell gehen, kann aber auch etwas dauern", sagte der Cheftrainer.

Dem pflichtet der Norweger bei. Er wisse noch nicht, wie lange die Eingewöhnung dauern wird. "Die Bundesliga ist eine starke Liga, die Spielgeschwindigkeit ist höher als in Norwegen." Mit seinem neuen Team blickt der Skandinavier positiv in die Zukunft: "Die Mannschaft hat großes Potenzial. Bei dem Testspiel-Sieg gegen Bayern München wurde deutlich, was die Mannschaft zu leisten imstande ist. Es wird interessant." Und davon will er sich in Dortmund selber ein Bild machen. Denn auch wenn Skjelbred noch nicht zum Einsatz kommt, reist er dennoch mit zum Auftaktspiel am Freitag, um seine neuen Kollegen kennen zu lernen und die Eingewöhnung schnellstmöglich voran zu treiben.