Der erste Tabellenführer der neuen Bundesliga-Saison heißt 1899 Hoffenheim. Nach einer durchwachsenen zweiten Bundesliga-Spielzeit 2009/10 feuerten und trafen die Kraichgauer zum Auftakt gegen Bremen aus allen Rohren.

Selbst ein früher Rückstand brachte die Hoffenheimer nicht aus der Ruhe. Entsprechend zufrieden zeigt sich Sejad Salihovic im Interview mit bundesliga.de. Der Bosnier blickt zurück auf den 4:1-Sieg gegen Werder und schaut voraus auf das Duell gegen St. Pauli.

Außerdem spricht der Mittelfeldspieler über die positive Entwicklung seines Kollegen Luiz Gustavo und dessen Aussichten auf eine große Karriere und er geht auf Hoffenheims Transferpolitik in diesem Sommer ein.

bundesliga.de: Herr Salihovic, herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Saisonstart. Was hat Ihnen an der Leistung Ihrer Mannschaft besonders imponiert?

Sejad Salihovic: Wir haben trotz des frühen Rückstandes Moral gezeigt und sind nicht von unserer Linie abgewichen. Wir wollten aggressiv gegen den Ball spielen und Bremen damit unter Druck setzen, das haben wir vor allem in der ersten Halbzeit sehr gut umgesetzt.

bundesliga.de: Der frühe Rückstand schien überhaupt keine Rolle gespielt zu haben. Ist Hoffenheim in dieser Saison mental reifer als noch vor einem Jahr?

Salihovic: Wir haben eine junge Mannschaft, die dennoch in den vergangenen Jahren Erfahrung gesammelt hat. Es ist nach nur einem Saisonspiel schwer zu beurteilen, ob wir reifer geworden sind. Wenn wir auch mal andere Rückschläge gut verkraften, dann kann man davon sprechen.

bundesliga.de: Vier Treffer im DFB-Pokalspiel gegen Rostock, vier Tore im ersten Bundesligaspiel gegen Werder Bremen. Kann sich die Bundesliga wieder auf ein offensivstärkeres Hoffenheim als noch im Vorjahr freuen?

Salihovic: An unserer taktischen Ausrichtung hat sich nichts gegenüber der Vorsaison geändert. In den beiden Partien haben wir unsere Chancen konsequent genutzt und uns jeweils früh einen komfortablen Vorsprung herausgespielt. Natürlich wollen wir die Zuschauer mit offensivem Fußball begeistern, doch auch ein 1:0-Erfolg bringt drei Punkte.

bundesliga.de: Luiz Gustavo machte ein tolles Spiel im Mittelfeld. Was trauen Sie ihm in Zukunft zu?

Salihovic: Luiz Gustavo hat schon in den vergangenen beiden Jahren gezeigt, dass er ein herausragender Spieler im Mittelfeld werden kann. Es ist für mich der wichtigste Spieler unserer Mannschaft. Wenn er so weiterspielt wie gegen Bremen, dann dürfte der Anruf des brasilianischen Nationaltrainers nicht lange auf sich warten lassen.

bundesliga.de: Trotz der durchwachsenen Saison 2009/10 blieb Hoffenheim sehr zurückhaltend auf dem Transfermarkt. Sehen Sie das als ein Vertrauensbeweis an die Spieler und motiviert Sie das zusätzlich?

Salihovic: Die Spieler haben das Vertrauen auch verdient. Mit Tom Starke, Peniel Mlapa und nun Sebastian Rudy haben wir bereits drei Spieler geholt. Ich denke alle drei Spieler sind echte Verstärkungen und tun der Mannschaft gut.

bundesliga.de: Am 2. Spieltag wartet eine interessante Auswärtsaufgabe auf 1899. Es geht zum FC St. Pauli. Was erwarten Sie von dieser Begegnung?

Salihovic: Am Millerntor wird wie immer ein stimmungsgewaltiges Publikum auf uns warten, dass bedingungslos hinter seiner Mannschaft steht. Wir haben mittlerweile genügend Erfahrung gesammelt, um in solchen Stadien zu bestehen. Wir wollen an die Leistung aus dem Bremen-Spiel anknüpfen, St. Pauli möchte den ersten Heimsieg. Es dürfte also spannend werden.

bundesliga.de: Das ist natürlich auch das Duell zweier komplett gegensätzlicher Vereine. Sehen Sie darin eine gewisse Brisanz?

Salihovic: Nein, überhaupt nicht. Schon in der 2. Bundesliga waren es faire Duelle und ich hoffe, dass es auch am Samstag der Fall sein wird.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz