1899 Hoffenheim gegen den FC Bayern München: Neben der Auftaktpartie zwischen dem VfL Wolfsburg und dem VfB Stuttgart ganz sicher das Topspiel des ersten Bundesliga-Spieltags. Fußball vom Feinsten boten schon die beiden Duelle der Vorsaison, von denen der FC Bayern das erste 2:1 gewann und beim 2:2 im Rückspiel die Punkte geteilt wurden.

Im dritten Duell mit dem Rekordmeisters will Hoffenheim jetzt endlich den ersten Sieg. 1899-Keeper Timo Hildebrand sieht es so: "Ich denke schon, dass wir den Bayern gegenüber im Vorteil sind. Wir haben denselben Trainer, fast dieselbe Mannschaft und sind eingespielt. Die Bayern haben einen neuen Trainer, viele neue Spieler und sind jetzt logischerweise noch nicht so weit. Mal sehen, ob wir diesen Vorteil am ersten Spieltag nutzen.”

Genau wie seine Vorderleute strotzt der 30-jährige Schlussmann gegen Ende des zweiten Trainingslagers vor Selbstvertrauen. "Es war gut, wir haben viel gemacht und hart gearbeitet. Manchmal sogar drei Mal am Tag, was im zweiten Trainingslager eher unüblich ist. Wir hatten optimale Bedingungen und haben beide Testspiele gewonnen. Ich fühle mich gut und freue mich, wenn es losgeht.”

Übersetzer für Zuculini

Die Freude hängt auch mit den neuen Hoffenheimern zusammen. "Wir haben uns auf jeden Fall verstärkt, alle haben sich schon gut eingefügt. Es ist gut, dass Joe Simunic bei uns ist, er hatte ein überragendes letztes Jahr. Die neue Konkurrenzsituation ist sehr förderlich und tut der Mannschaft sehr gut.”

Um einen der Neuzugänge kümmert sich Hildebrand ganz persönlich. Der 18-jährige Franco Zuculini teilt sich mit Hildebrand, der seit seiner Zeit beim FC Valencia spanisch spricht, das Zimmer. "Ich kenne das selbst, wenn man am Anfang niemanden zum Sprechen hat. Deshalb ist es angenehm, wenn ein anderer die Sprache beherrscht.”

"Sollten nicht zu arg träumen"

Hildebrand erwartet erneut einen harten Kampf um die vorderen Plätze in der Bundesliga. Mit den Bayern, Wolfsburg, Stuttgart, dem HSV oder Bremen rechnet Hoffenheims Nummer 1 - wie auch mit 1899. "Es ist doch klar, dass der Verein nicht um die Plätze 10 oder 12 spielen will. Wir haben uns viel für die neue Saison vorgenommen, aber es weiß doch keiner, wie die Saison dann läuft. Wir sollten auch nicht zu arg träumen.”

Von einem optimalen Start träumt Hildebrand aber doch. "Neun Punkte aus den ersten drei Spielen: Damit wäre ich zufrieden.” Hildebrand, der zurzeit "wie besessen” versucht seine Leistung zu bringen, weiß dabei um seine Funktion und Stellung in der noch jungen Hoffenheimer Mannschaft - sei es mit oder ohne Binde am Arm: "Ich brauche keine Kapitänsbinde, um Führungsspieler zu sein.”

Nur das Thema Nationalmannschaft lässt Hildebrand kalt. "Die Frage stellt sich nicht. Ich glaube nicht, dass ich noch mal eine Chance habe. Ich lese immer, dass Torwarttrainer Andi Köpke von anderen vier Torhütern spricht. Da kann ich spielen, wie ich will."

Aus Leogang berichtet Stefan Kusche




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