Zoller: "Voll auf die 2. Bundesliga fokussieren"

Leverkusen - Der 1. FC Kaiserslautern hat sich trotz einer ansprechenden und couragierten Leistung und aus dem Pokal-Wettbewerb verabschieden müssen. Die Pfälzer verloren bei Bayer 04 Leverkusen erst nach 120 Minuten mit 0:2.

"Alles funktioniert nahtlos"

Nach dem Spiel sprach FCK-Angreifer Simon Zoller im Interview mit bundesliga.de über den Auftritt in der BayArena, die Gründe für seinen Wechsel von Köln nach Kaiserslautern und die Aufstiegschancen der Roten Teufel.

bundesliga.de: Simon Zoller, der FCK hat das Pokalspiel in Leverkusen erst nach Verlängerung mit 0:2 verloren. Wie bewerten Sie den Auftritt?

Simon Zoller: Das war über weite Strecken ein hervorragender Auftritt von uns. In den regulären 90 Minuten haben wir auf jeden Fall super dagegengehalten. Wir haben unser Spiel mit unseren schnellen Kontern so durchgezogen, wie wir es geplant hatten. Ich hatte selber zwei, drei Chancen. Final hat uns ein bisschen das Quäntchen Glück gefehlt. Aber insgesamt haben wir es gut gemacht. Dass Hakan Calhanoglu solche Freistöße schießen kann, haben wir gewusst. Der Ball zum 0:1 war nicht zu verteidigen.

bundesliga.de: Sie haben dann auch nach Spielende das Trikot mit ihm getauscht. Woher kennen Sie sich?

Zoller: Wir haben zwei Jahre beim Karlsruher SC zusammen gespielt und sind gute Freunde geblieben.

bundesliga.de: Was nehmen Sie aus dem Pokalspiel für den Alltag in der 2. Bundesliga mit?

Zoller: Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Wir haben es in Leverkusen gut gemacht und hatten vorher klar kommuniziert, dass das Pokalspiel für uns ein Bonusspiel ist. Bei Union Berlin erwartet uns am Sonntag ein ganz anderes Spiel. Wir müssen uns jetzt auf die 2. Bundesliga fokussieren und uns ab sofort auf die nächsten drei Spiele bis zur Länderspielpause konzentrieren. Da müssen wir alles in die Waagschale legen. Die 2. Bundesliga ist unser Hauptgeschäft. Das ist wichtig.

bundesliga.de: Sie haben sich in der Winterpause vom 1. FC Köln zurück an den FCK ausleihen lassen. Wie wohl fühlen Sie sich in Kaiserslautern?

Zoller: Es fühlt sich so an, als wäre ich nie weg gewesen. Es macht Spaß mit den Jungs. Ich wurde vom ersten Tag wieder voll akzeptiert. Ich kenne die Leute alle. Ich denke, man sieht auf dem Platz, dass alles nahtlos funktioniert.

bundesliga.de: Wie intensiv verfolgen Sie noch den 1. FC Köln?

Zoller: Ich habe noch viel Kontakt mit den Jungs und habe mich mit allen gut verstanden. Es ist eine homogene Truppe. Mir ist der Wechsel im Winter selber schwer gefallen. Für mich war es wichtig, dass ich auf meine Einsatzeiten komme. Davon bekomme ich beim FCK mehr als in Köln. Das war der Hauptgrund. Ich habe mich in Köln genauso wohl gefühlt wie hier.

bundesliga.de: Haben Sie in Köln ein bisschen die Wertschätzung und auch mal eine richtige Chance über einen längeren Zeitraum vermisst?

Zoller: Nein, das würde ich nicht sagen. Die Momentaufnahme ist wie sie ist. Ich denke, dass alle Parteien versuchen, das Beste aus den nächsten drei, vier Monaten zu machen. Das haben alle so angenommen, ich am allermeisten. Was danach kommt, werden wir sehen.

"Gute Ausgangsposition verschaffen"

bundesliga.de: War die starke Leistung des FCK in Leverkusen der Maßstab für die weiteren Punktspiele?

Zoller: Ich denke schon. Wir haben in den ersten 90 Minuten Druck gemacht und es als Zweitligist gegen einen Verein, der in der Champions League spielt, gut gemacht. Wir haben ihnen Probleme bereitet. Wenn wir diese Leistung auch in den nächsten Spielen bringen können, dann bin ich guter Dinge.

bundesliga.de: In der Meisterschaft steht der FCK auf Platz 3. Ist der Aufstieg das klare Ziel für den Liga-Endspurt?

Zoller: Nein, der ist nicht das klare Ziel. Wir möchten oben mit dabei sein. So wurde es am Anfang der Saison kommuniziert. Bis jetzt liegen wir gut im Rennen. Wir tun gut daran, von Spiel zu Spiel zu denken. Die nächsten drei Spiele bis zur Länderspielpause sind Highlightspiele, die wir positiv gestalten wollen, um uns eine gute Ausgangsposition zu verschaffen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski