Köln - Bei Simon Zoller läuft es in dieser Saison richtig gut. Der Stürmer des 1. FC Köln erzielte beim 1:1-Unentschieden des FC gegen den VfL Wolfsburg den Treffer der Domstädter. Damit erzielte er im dritten Pflichtspiel nacheinander sein Tor. Nach seinem Startelfdebüt in dieser Saison war der 24-Jährige dennoch nur bedingt zufrieden.

bundesliga.de: Simon Zoller, Sie haben in ihrem dritten Pflichtspiel für den FC in dieser Saison Ihr drittes Tor gemacht. Wie fühlt sich das an?

Simon Zoller: Schön. Am Ende sind wir aber ein bisschen traurig, dass wir nur einen Punkt gegen den Vizemeister geholt haben. Wir hätten vom Spielverlauf her mehr verdient gehabt. Nachdem wir das 2:0 aber nicht gemacht haben, wussten wir, dass Wolfsburg die Qualität hat, aus wenigen Situationen Tore zu kreieren. Wir haben einen großen Kampf geliefert, einmal nicht aufgepasst und so noch zwei Punkte verloren.

"Ich habe aus den Erfahrungen gelernt"

bundesliga.de: Sie hatten kurz nach der Pause auch die große Chance zum 2:0. Was ist da im Gegensatz zu ihrem Treffer schief gelaufen?

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Zoller: Beim Tor spekuliere ich gut. Der Torwart kommt raus, ich ziehe durch. So passieren Tore. Bei der Chance zum 2:0 wäre es wohl besser gewesen, den Ball auf Leo Bittencourt abzuspielen, statt selbst zu schießen. Es ist aber trotzdem gut, dass ich in solche Szenen komme. Im letzten Jahr hatte ich damit noch einige Probleme. Dieses Jahr kriege ich die Chancen, einmal hat es geklappt, einmal nicht.

bundesliga.de: Wie lief das Zusammenspiel mit Anthony Modeste?

Zoller: Das lief gut. Er legt mir das Tor auf. Wir verstehen uns gut. Es ist alles sehr harmonisch, egal wer spielt. Wir freuen uns auf die nächsten Aufgaben.

bundesliga.de: Sie sind viel besser mit dem FC in die neue Saison gestartet. Haben Sie etwas anders gemacht?

Zoller: Letztes Jahr war mein erstes Jahr in der Bundesliga. Aus den Erfahrungen habe ich gelernt. Es war nicht alles gut, aber auch nicht alles schlecht. Ich habe ein paar Stellschrauben gedreht. Das kommt mir nun zugute. Ich fühle mich sehr gut, es war toll, von den Fans beim ersten Heimspiel so empfangen zu werden. Das war nach dem letzten Jahr nicht selbstverständlich.

"Schmadtke und Stöger waren sehr korrekt zu mir"

bundesliga.de: Sind sie jetzt im zweiten Anlauf in Köln angekommen?

Zoller: Das kann man so sagen. Aber ich war auch nie richtig weg. Ich hatte meine Wohnung behalten. Ich wusste, dass ich zurückkomme und wollte auch unbedingt zurückkommen.

bundesliga.de: Wie haben Sie den Neuanfang in Köln nach dem halben Jahr in Kaiserslautern erlebt? Haben Sie damit gerechnet, dass Sie die faire Chance bekommen?

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Zoller: Ja. Jörg Schmadtke und Peter Stöger waren sehr korrekt zu mir. Ich wollte zurückkommen und fühle mich nun bestätigt. Ich habe im Sommer intensiv gearbeitet. Das kommt mir nun zugute. So muss ich jetzt weitermachen, immer 100 Prozent geben. Dann erhalte ich auch weitere Chancen. Ich habe in den letzten Spielen schon immer längere Einsatzzeiten bekommen. Das ist eine schöne Bestätigung für die letzten Wochen. Das gibt mir Selbstvertrauen.

"Wir bleiben bescheiden"

bundesliga.de: Es gibt einige Experten, die trauen dem FC in dieser Saison zu, das Überraschungsteam der Bundesliga zu werden. Trauen Sie das der Mannschaft auch zu?

Zoller: Wenn wir alles in die Waagschale werfen und so fighten wie heute, dann werden wir noch zuhause und auswärts einige Punkte holen. Als Überraschungsmannschaft würde ich uns aber nicht bezeichnen. Wir bleiben bescheiden. Es wäre vermessen, wenn wir im zweiten Jahr in der Bundesliga andere Sachen angreifen wollen als im letzten Jahr.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski