München - Göttlicher Beistand beim Gang durch "die Hölle": Geht es nach Ehrenpräsident Franz Beckenbauer, benötigt Rekordmeister Bayern München im Halbfinal-Rückspiel der Champions League bei Real Madrid (Mi., ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) im "Hexenkessel" Santiago Bernabeu Hilfe von ganz oben.

Der FC Bayern müsse sich "mit allen Glücksgöttern dieses Universums in Verbindung setzen", um in der spanischen Hauptstadt bestehen zu können, sagte der "Kaiser" bei "Sky90". Die "Königlichen" werden laut Beckenbauer am Mittwoch nach dem 1:2 im Hinspiel "viel engagierter zu Werke gehen, aggressiv, konsequent".

In Madrid wartet die "Hölle"



Das erwartet auch Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. "Wir haben großen Respekt vor Real, aber keine Angst - auch wenn uns im Bernabeu die Hölle erwartet", sagte er: "Mit dem Tor in letzter Minute (durch Mario Gomez im Hinspiel, Anm. d. Red.) gibt es eine kleine Chance für uns. Aber das wird wahnsinnig schwer. Wir müssen hochkonzentriert sein und eine geschlossene Leistung abrufen."

Der FC Bayern müsse gegen das Starensemble um Cristiano Ronaldo "versuchen, Nadelstiche zu setzen und ein Tor zu erzielen. Nur hinten reinzustellen, bringt gegen diese starke Offensive nichts", führte der Bayern-Boss weiter aus. Rummenigge versprach mit Blick auf das "Finale dahoam" in München am 19. Mai aber, "dass wir alles geben werden, um diesen Traum wahr werden zu lassen. Es wäre fantastisch, auch historisch gesehen. Bisher hat es noch kein Club geschafft, im eigenen Stadion das Finale zu spielen."

Hoffen auf Schweinsteiger



Offen lässt Bayern-Trainer Jupp Heynckes derzeit noch, ob er in Madrid den lange Zeit verletzten Bastian Schweinsteiger von Beginn an bringt. Beckenbauer hofft auf jeden Fall, dass der "Kopf der Mannschaft" (Heynckes) im Bernabeu endlich wieder zu alter Stärke findet: "Wenn er hundertprozentig fit ist, gibt es keinen Besseren. Ein halber Schweinsteiger wird nichts nützen. Das kann aber nur Jupp Heynckes entscheiden."

Während Real-Ikone Zinedine Zidane die Madrider Fans per Video-Botschaft heiß machte ("Ihr müsst dieses Spiel gewinnen!"), haben die Bayern-Spieler vor der hitzigen Atmosphäre keinen Bammel. "Das wird keinen einschüchtern", meinte Torjäger Mario Gomez am Montag. Kapitän Philipp Lahm ergänzte: "Wir haben schon so viele Spiele hinter uns, wir kennen uns aus, das schockt uns nicht mehr. Das ist ein Halbfinale, da hat keiner Probleme mit irgendwelchen Zuschauern." Lahm und Co. brennen dagegen geradezu aufs Spiel. "Wer da nicht heiß ist... So ein Spiel ist traumhaft", sagte der Spielführer der Bayern und der deutschen Nationalmannschaft.

Dem neuerlichen Duell mit Reals Superstar Cristiano Ronaldo sieht Lahm mit "größtem Respekt" entgegen. "Er ist nicht wie jeder Andere. Er ist ein exzellenter Fußballer, hat einen sensationellen Abschluss, eine super Technik. Wenn er Raum hat, wird es schwierig. "

Gomez zuversichtlich



Deshalb müsse der FC Bayern "wie im Hinspiel agieren, dann gibt es nicht die Räume, die er braucht und liebt." Gomez lobte Ronaldos Qualitäten ebenfalls, betonte aber: "Ich bekomme keine weichen Knie, wenn ich ihm gegenüberstehe." Es sei jedoch wichtig, dass Arjen Robben seinen Hintermann Lahm wie im Hinspiel gegen Ronaldo unterstütze.

Nun gelte die volle Konzentration Real. Die Marschroute ist aus Bayern-Sicht klar: Nach vorne spielen, auf Sieg. Das hatte Heynckes schon nach dem Hinspiel angekündigt - und das unterstrichen die Spieler nun. Der Druck liege ohnehin bei Real, sagte Gomez. "Ich bin sehr zuversichtlich. Wir haben eine Mannschaft, die das Spiel gewinnen kann." Auf ein Remis zu spielen, das fürs Finale reichen würde, könne und wolle der FC Bayern gar nicht.