Bochum - Zwei Teams, aber nur ein freier Platz - es ist die letzte Entscheidung der Saison: Der VfL Bochum und Borussia Mönchengladbach machen im Relegations-Rückspiel am Mittwoch (ab 20 Uhr im Live-Ticker) den letzten Bundesligisten für die neue Spielzeit unter sich aus.

Die Gastgeber stehen vor ihrer sechsten Rückkehr ins "Oberhaus", für die Elf vom Niederrhein ist der Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse aber natürlich ebenso wichtig.

Hoffen auf Reus-Einsatz

Hinter dem Einsatz von Marco Reus, der sich besonders in der Endphase der Bundesliga-Spielzeit als wichtiger Torschütze entpuppte, dem schon totgesagten fünfmaligen Meister wieder Leben einhauchte und erst die Möglichkeit der Relegation eröffnete, steht noch ein Fragezeichen. Der 21-Jährige droht wegen einer Oberschenkelverletzung aus dem mit 1:0 gewonnenen Hinspiel auszufallen. Nach einem Belastungstest am Dienstag entschied sich Lucien Favre dazu, Reus mit nach Bochum zu nehmen. "Ob er spielen kann, entscheidet sich erst ganz kurzfristig", sagte "Fohlen"-Trainer. Als Option steht Karim Matmour parat.

Angesichts des nur dünnen Polsters der Borussia ist in Bochum alles offen, weshalb Favre warnte: "Das Ergebnis ist nicht schlecht für uns, aber wir sind noch lange nicht durch. Es ist noch alles möglich." Auf die Taktik des Gegners angesprochen, sagte der Schweizer: "Vielleicht wird Bochum sofort Pressing spielen, vielleicht warten sie auch erst einmal ab. Wir müssen auf alles vorbereitet sein."

Die Statistik spricht übrigens eindeutig für Gladbach, denn in 82 Prozent der Fälle (neun von elf) gewann die Mannschaft die Bundesliga-Relegation, die auch das Hinspiel für sich entscheiden konnte.

Funkel setzt auf erarbeiteten Respekt und die Fans

Am Ende der nächsten 90 oder maximal 120 Minuten, eventuell aber auch erst nach einem Elfmeterschießen, herrscht Klarheit - und bei den Bochumern vor dem allseits erwarteten "Endspiel"-Krimi große Zuversicht. "Die Chancen stehen 40:60, wie vor dem Hinspiel", sagte VfL-Coach Friedhelm Funkel. Der unglückliche wie ärgerliche Treffer in der Nachspielzeit der Nachspielzeit habe die Ausgangssituation für seine Mannschaft "nicht viel verändert".

Der einstige Profi, der als Trainer bislang schon fünf Mal den Bundesliga-Aufstieg feiern konnte, setzt auf den Respekt, den sich seine Mannschaft mit einem couragierten Auftritt im ersten Spiel erkämpfte hat und die Unterstützung im ausverkauften rewirpowerSTADION.Nicht mit dabei ist allerdings Torjäger Chong Tese. Funkel verzichtete nach den Trainingseindrücken der vergangenen Tage auf den Nordkoreaner und berief Zlatko Dedic in den 18er-Kader.

Auch vor einer möglichen Verlängerung ist dem VfL-Trainer nicht bange: "Die Mannschaft ist topfit." Nur in einem Punkt ist er sich mit seinem Amtskollegen Favre und den Fans einig: Niemand wünscht sich eine derart folgenschwere Entscheidung durch ein Elfmeterschießen.


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