Zusammenfassung

  • Kagawa ist mit 38 Toren der Japaner mit den meisten Treffern in der Bundesliga

  • Mit einem gefühlvollen Heber überwindet er Augsburgs Torwart

  • Erinnerungen an Kagawas Derby-Treffer werden wach

Augsburg - Stilvoller hätte Shinji Kagawa sein historisches Tor kaum erzielen können. Mit ganz viel Gefühl im Fuß lupfte er den Ball zum 2:1-Endstand gegen den FC Augsburg in die Maschen. Mit seinem 38. Bundesligator für Borussia Dortmund sicherte sich Kagawa den Rekord als erfolgreichster Japaner in der Bundesliga-Geschichte.

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Ein kurzer Blick, ein gekonnter Chip und überall staunende Gesichter: Statt einfach von der Strafraumgrenze aus draufzuzimmern, wählte Edeltechniker Kagawa nach Zuspiel von Andrey Yarmolenko die elegante Variante und ließ FCA-Schlussmann Marwin Hitz mit einem Heber links oben in den Winkel keine Abwehrchance.

"Er hat es typisch japanisch gemacht" Sokratis

"Es war ein sehr guter Abschluss", sagte BVB-Kapitän Sokratis anerkennend. Der Grieche versuchte mit einer Handbewegung, die an einen Schlag beim Tischtennis erinnerte, die Flugbahn des Balls zu beschreiben: "Er hat es typisch japanisch gemacht." Und typisch für Kagawa. Schließlich ist der Offensivspieler in puncto Lupfer-Traumtor ein Wiederholungstäter. Im vergangenen Jahr erzielte er aus ähnlicher Position im Revierderby beim FC Schalke 04 (2:2) auf ebenso sehenswerte Weise den Führungstreffer gegen Ralf Fährmann.

Video: Kagawas Heber gegen Schalke

An die Szene aus der Rückrunde 2015/16 fühlte sich auch Gonzalo Castro am Samstag sofort wieder erinnert. "Wir wissen, was er kann und was er für Qualitäten hat, umso schöner ist es, dass er das Tor gemacht hat", sagte der Mittelfeldspieler, der Kagawas Traumtor von der Bank aus zunächst noch gar nicht als solches einordnen konnte. "Wir wussten erst nicht, ob er ihn gelupft hat oder irgendjemand ihn abgefälscht hat." Hinterher stellte auch Trainer Peter Bosz beeindruckt fest: "Das ist Qualität. Er hat das so gemacht wie er es machen wollte."

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Derbyheld und Doublesieger

Genau wegen diesen besonderen Momenten hat Kagawa auch seinen Platz in den Herzen der Fans sicher. So machten auch am Samstag die bekannten "Kagawa Shinji"-Sprechchöre die Runde in der WWK-Arena. Seinen Status als Publikumsliebling erreichte der 28-Jährige bereits kurz nach seinem Einstand für die Schwarz-Gelben in der Saison 2010/11.

In seinem vierten Bundesligaspiel schnürte der erste Japaner im BVB-Trikot im Revierderby auf Schalke beim 3:1-Sieg am 19. September 2010 seinen ersten von bislang drei Doppelpacks. Am Ende gelangen ihm acht Saisontore in seiner Debütsaison - in nur 18 Einsätzen, da ihn ein Mittelfußbruch fast die komplette Rückrunde außer Gefecht setzte. Erst am letzten Spieltag feierte Kagawa sein Comeback, rechtzeitig um mit seinen Teamkollegen den Meistertitel zu feiern.

Gleich schlägt's eins: Shinji Kagawas Siegtreffer gegen den FC Augsburg © imago

In der Folgesaison hatte der 1,75 Meter große Offensivspieler mit seinen 13 Treffern großen Anteil an der erfolgreichen Titelverteidigung des BVB. Mit Kagawas Treffer zum 2:0-Endstand gegen Mönchengladbach sicherten sich die Dortmunder am 32. Spieltag vorzeitig die Meisterschaft. Nur wenige Wochen später machte die Borussia im Pokalfinale gegen den FC Bayern das Double perfekt - die 5:2-Gala leitete Kagawa mit seinem vorerst letzten Tor im Dortmunder Trikot ein.

Gefeierter Rückkehrer aus England

Nach zwei Jahren in England bei Manchester United meldete sich der Publikumsliebling am 13. September 2014 eindrucksvoll in Dortmund zurück, beim 3:1-Sieg gegen Freiburg gelang ihm gleich ein Tor. Schnell entwickelte er sich wieder zu einem Leistungsträger.

Nachdem es allerdings in der Vorsaison mit nur einem Tor in 21 Spielen nicht so rund lief, hat Kagawa nun in der noch jungen Saison in fünf Spielen bereits zwei Tore erzielt. Und das bei nur zwei Einsätzen von Beginn an. Ein schöneres Empfehlungsschreiben konnte Kagawa mit seinem Traumtor aber wohl kaum formulieren.

Aus Augsburg berichtet Maximilian Lotz

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