Hannover - Der FC Sevilla war mit Abstand das schwerste Los, das Hannover 96 in der Playoff-Runde zur Europa-League-Gruppenphase erwischen konnte. Doch auch die Andalusier zeigten sich wenig erfreut über das Los (das Hinspiel ab 20:15 Uhr im Live-Ticker).

Der Respekt vor den Niedersachsen, die in der letzten Bundesliga-Saison überraschend den 4. Rang belegten, ist groß bei den Spaniern. "Wir haben nicht viel Glück gehabt", sagte Sevillas Sportdirektor Ramon Rodriguez nach der Auslosung. Der Bundesligist sei der schwierigste Gegner, den man kriegen konnte.

Gute Erfahrung mit deutschen Teams

Dabei haben die Spanier eine richtig gute Bilanz gegen deutsche Teams vorzuweisen. In der letzten Spielzeit scheiterte der Deutsche Meister Borussia Dortmund in der Europa-League-Gruppenphase unter anderem an den Andalusiern. Doch nicht nur deshalb ist der FC Sevilla ein Angstgegner von deutschen Mannschaften. Von insgesamt zwölf Europapokal-Duellen verlor Sevilla nur eins und das ist schon lange her. 1982 verloren die Spanier beim 1. FC Kaiserslautern klar mit 0:4. In den letzten zehn Partien gab es aber vier Unentschieden und sechs Siege für die Andalusier.

Und auch Mirko Slomka hat in der Vergangenheit schon die Klingen gekreuzt mit dem letztjährigen Tabellen-Fünften der Primera Division. In der Saison 2005/06 erreichte er mit dem FC Schalke 04 das Halbfinale des UEFA Cups, schied gegen die Spanier jedoch denkbar knapp aus (0:0, 0:1 n.V.).

Saison hat noch nicht begonnen

Für Sevilla wird das Hinspiel in Hannover ein echter "Kaltstart". Während die Leinestädter schon zwei Bundesliga-Spiele bestritten und mit zwei Siegen einen optimalen Start erwischt haben, hat die Spielzeit in Spanien noch überhaupt nicht angefangen. Erst am kommenden Wochenende geht die Saison dort los und der FC Sevilla muss gleich zum Derby bei Real Betis Sevilla antreten. Der UEFA-Pokal-Sieger der Jahre 2006 und 2007 weiß also noch überhaupt nicht, wo er leistungsmäßig steht. Und mit dieser Konstellation machten die Spanier schon in der letzten Saison keine guten Erfahrungen.

Da musste Sevilla ebenfalls in die Playoff-Spiele, damals allerdings noch zur Champions League. Damals wie heute hatte die Primera Division noch nicht begonnen - und die Andalusier ließen sich überraschen: Als klarer Favorit schied Sevilla gegen den SC Braga aus (0:1, 3:4), verpasste die "Königsklasse" und musste mit der Europa League Vorlieb nehmen.

Wiedersehen mit Trochowski

Und obwohl der FC Sevilla in der letzten Saison eine ganz schwache Bilanz hatte, reichte es zu den Playoffs zur Europa League - die Andalusier verloren in der Primera Division 14 Mal (17 Siege, 7 Remis) und landeten mit 38 Punkten Rückstand auf Meister FC Barcelona auf Rang 5. Mit dem 46-jährigen Marcelino Garcia Toral (kam von Racing Santander) steht nun ein neuer Trainer an der Seitenlinie.

Auch ein Ex-Schalker steht im Kader des FC Sevilla. Ivan Rakitic befindet sich nach seinem Mittelfußbruch momentan aber noch im Aufbautraining und ist für die Partie gegen Hannover keine Option. Anders sieht es dagegen für Piotr Trochowski aus, der im Sommer ablösefrei vom Hamburger SV nach Sevilla wechselte. Vielleicht ein gutes Omen für Hannover 96: In der Bundesliga hatte es der Mittelfeldspieler mit dem FC Bayern München und dem HSV insgesamt zwölf Mal mit Hannover zu tun. Seine Teams gewannen nur zwei Mal und Trochowski selbst blieb ohne ein Tor.

Robin Schmidt