Köln - Dass Serge Gnabry das Zeug zum Bundesliga-Profi hat, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Dennoch liegt ein langer Weg hinter dem 21-Jährigen, der nun für Werder Bremen die Schuhe schnüren wird. bundesliga.de beleuchtet den Werdegang des U21-Nationalspielers.

Aufgewachsen nahe Stuttgart, zeigte sich das fußballerische Talent Gnabrys schon beim TSV Weissach, dem ersten Verein des am 14. Juli 1995 geborenen Offensivspielers. Und die Begabung kommt bei Gnabry nicht von Ungefähr: Schon Vater Jean-Hermann spielte als Profi für die ivorische Nationalmannschaft. Nach weiteren Stationen bei kleineren Vereinen im Umland der baden-württembergischen Landeshauptstadt, landete das Talent schließlich im Nachwuchsprogramm der Stuttgarter Kickers - bereits ein Jahr später folgte jedoch der Wechsel zum Lokalrivalen VfB Stuttgart.

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Dort begann der steile Aufstieg des dribbelstarken Flügelspielers. In den fünf Jahren, die Gnabry beim VfB verbrachte, wurde er erstmalig in die U16-Nationalmannschaft berufen und feierte sein Debüt in der U17-Bundesliga - das deutsche Top-Talent stand plötzlich im Fokus internationaler Spitzenclubs. Und der FC Arsenal nutzte die Gelegenheit und lockte Gnabry 2011 im zarten Alter von 15 Jahren auf die Insel.

Fünf Jahre bei Arsenal

© gettyimages / Jamie McDonald

In der britischen Hauptstadt war das Nachwuchstalent zunächst für die U18-Mannschaft eingeplant - wurde wegen eindrucksvollen Leistungen aber bereits Ende der Saison 2011/12 in die Reservemannschaft befördert. Im Folgejahr sprangen für Gnabry dann sogar die ersten Profi-Einsätze heraus - 2012 folgte mit dem ersten Profivertrag die Belohnung für die gute Entwicklung. Zunächst sah es sogar so aus, als könnte der Deutsche sich bei Arsenal vollständig durchsetzen: Zu Beginn der Saison 2013/14 war er fester Bestandteil des Profi-Kaders der Londoner und erzielte prompt sein erstes Tor in der Premier League.

Doch der Aufstieg wurde durch eine langwierige Knieverletzung jäh gestoppt - knapp 200 Tage musste Gnabry pausieren. Nach seiner Genesung spielt der Deutsche bei Arsenal-Trainer Arsene Wenger kaum noch eine Rolle - es folgte eine Ausleihe zu West Bromwich Albion. Doch auch bei den "Baggies" gelang der Durchbruch mit nur zwei Startelf-Einsätzen nicht.

Sechs Tore bei Olympia in Rio

© gettyimages / Bruno Zanardo

Dennoch blieb Gnabry bei den deutschen Nachwuchsmannschaften stets ein wichtiger Bestandteil. Im März 2015 wurde er schließlich in die U21 berufen. Ein Jahr später folgte dann die Nominierung für den deutschen Olympia-Kader - für Gnabry nach einer enttäuschenden Saison in England eine neue Gelegenheit, von sich Reden zu machen. Und der 21-Jährige nutzte die Chance mit Bravour. Die Mannschaft von Horst Hrubesch erreichte bei den Spielen in Rio das Endspiel und sicherte sich am Ende die Silber-Medaille - auch dank Gnabry. Mit sechs Toren in sechs Spielen gehörte der Dribbler zu den Besten des Turniers. Spätestens nach diesen Leistungen wurden auch Bundesliga-Clubs wieder hellhörig. Schließlich machte Werder Bremen das Rennen um den 21-Jährigen.

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"Ich bin total froh hier zu sein. Es gab viele positive Gespräche, deswegen habe ich mich für Werder entschieden", erklärte der 21-Jährige nun bei der Pressekonferenz in Bremen. Der schwache Saisonstart der Bremer mit einer deftigen 0:6-Niederlage gegen den FC Bayern schreckt den Neuzugang derweil nicht. "Ich habe die Mannschaft vor meinem Wechsel natürlich genauestens analysiert", sagt der Neuzugang. "Ich sehe eine Menge Potenzial, vor allem in der Offensive." Dass Gnabry sich am Ende für die Norddeutschen entschied, lag übrigens auch an zwei ehemaligen Bundesliga-Stars - die Arsenal-Profis Per Mertesacker und Mesut Özil empfahlen die Bremer. "Sie haben nur Gutes über Werder gesagt", offenbarte Gnabry. "Trotzdem war es am Ende meine alleinige Entscheidung, herzukommen." Und der 21-Jährige hat sich für seine erste Bundesliga-Spielzeit mit den Bremern offenbar einiges vorgenommen: "Wir werden sicher eine erfolgreiche Saison spielen und im oberen Mittelfeld mitspielen."

David Schmitz