München - Drei Tage vor dem Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea herrscht beim FC Bayern München eine Mischung aus Vorfreude, Anspannung und hoher Konzentration. Die Niederlage gegen Borussia Dortmund im DFB-Pokal ist verdaut, die Spieler blicken selbstbewusst in die Zukunft.

"Wir wurden am Samstag für unsere Fehler bitterböse bestraft. Das Gute ist, dass wir jetzt wahrscheinlich alle Fehler schon gemacht haben", schmunzelte Mario Gomez.

Dass mit David Alaba, Luiz Gustavo und Holger Badstuber gegen die "Blues" gleich drei Stützen des Defensivgerüsts fehlen, sieht der 26-Jährige nicht als Problem: "Ich habe keine Angst, auch kein komisches Gefühl. Wenn wir gut nach hinten arbeiten, wenn wir kompakt stehen, dann werden wir gewinnen."

Keine Zeitung, kein Fernsehen



Auch Keeper Manuel Neuer, der im Hinblick auf das Finale vom "größten Highlight seines bisherigen Lebens" sprach, erwartet keine Schwierigkeiten: "Wir wussten schon länger, dass die Abwehr umgebaut werden muss. Wir haben uns darauf eingestellt. In Köln haben wir eine mögliche Aufstellung getestet. Im Endspiel werden wir mit einer guten Elf auf dem Platz stehen."

Am Dienstag hatte Coach Jupp Heynckes den Spielern frei gegeben. Einige hatten sich an der Säbener Straße blicken lassen, um individuelle Einheiten zu absolvieren (Philipp Lahm, Arjen Robben), andere waren zuhause geblieben, um den Kopf frei zu bekommen. Bei all dem Rummel um das Endspiel aber keine einfache Aufgabe. "Ich lese keine Zeitung und schaue kein Fernsehen", sagte Neuer: "Es ist nicht einfach, selbst im Radio höre ich nichts anderes mehr. Ich lege auf den Weg zum Training lieber eine CD ein."

Heimstärke als Trumpf



Mario Gomez nimmt "viel intensiver wahr, weil sich alles in der eigenen Stadt abspielt. Seit den Partien gegen Real Madrid gibt es nur noch dieses eine Thema. Wir kommen dem Tag immer näher. Ich denke öfter an das Spiel, beispielsweise über Situationen, die in der Partie geschehen könnten."

Doch trotz des großen Rummels im Umfeld des FC Bayern konzentrieren sich Spieler und Verantwortliche voll auf den Gegner. "Chelsea ist eine taktisch gut eingespielte Mannschaft. Sie verhalten sich defensiv geordnet, setzen einzelne Nadelstiche", beschrieb Bayerns Keeper den Gegner aus London.

Trotzdem gehen die Bayern mit Selbstvertrauen ins Endspiel. In der "Königsklasse" zeigten die Münchner vor allem in der heimischen Arena zum Teil beeindruckende Leistungen und gewannen alle sieben Spiele."Wir haben eine astreine Champions-League-Saison gespielt. Der Titel ist das große Ziel", gibt sich Neuer zuversichtlich: "Wir haben Rückenwind, weil wir ein Spiel zuhause haben. Die Zeichen stehen sehr gut. Alle wollen diesen Pokal in den Händen halten."

Von der Säbener Straße berichtet Sebastian Schramm