Leverkusen - Bayer 04 Leverkusen ist gut gerüstet für den Start in die Champions League und fliegt mit Rückenwind nach Manchester. Die Rheinländer sind beim englischen Meister zwar Außenseiter, hegen aber dennoch die Hoffnung, im Old Trafford zu punkten. Vier Siege aus den ersten fünf Bundesliga-Spielen dürften sich auch in Nordengland herumgesprochen haben.

Nach dem tollen Start in die Bundesliga will Leverkusen auch in der Champions League erfolgreich sein. Mit Manchester United wartet ein harter Brocken, allerdings sind die Engländer gewarnt, ist die Werkself doch kein Unbekannter.

Durchwachsener Start in die neue ManU-Ära



Breits vier Mal trafen die Teams in der Champions League aufeinander und auch wenn Leverkusen keins der vier Spiele gewann, schaltete Bayer das große Man United im Halbfinale der Saison 2001/02 nach zwei Unentschieden (1:1 in Leverkusen und 2:2 auf der Insel) aus. Wenige Monate später revanchierte sich die Elf des legendären Trainers Sir Alex Ferguson in der Gruppenphase der Folgesaison mit zwei klaren Siegen (4:1 und 2:0) für das bittere Ausscheiden.

Die Zeiten mit Sir Alex auf der Trainerbank sind seit diesem Sommer vorüber, sein Nachfolger David Moyes übernahm ein intaktes Team, das gerade die 20. Meisterschaft eingefahren hatte. In die laufende Spielzeit sind die Red Devils mit sieben Punkten aus den ersten vier Spielen allerdings eher durchwachsen gestartet. Es läuft noch nicht alles zusammen bei United.

Manchester ist Topfavorit



Anders ist das bei Bayer Leverkusen. Vor allem die Abteilung Attacke zeigt sich von ihrer besten Seite. Neun der elf Saisontore gingen auf das Konto von Stefan Kießling (vier Treffer), Sidney Sam (vier Tore) und Hueng Min Son (ein Tor). Auch bei der Generalprobe gegen den VfL Wolfsburg schossen Kießling und Sam die Werkself zum 3:1-Sieg.

Trotzdem wissen die Leverkusener was im "Theatre of Dreams" auf sie wartet. "Manchester ist sicherlich der Topfavorit", erklärte Leverkusens Kapitän Simon Rolfes nach dem Sieg gegen Wolfsburg. "Wir fahren da als Außenseiter hin. Wir spielen ein interessantes System, das auf Konter setzt. Wenn wir Kontersituationen bekommen, können wir sie vielleicht vor Probleme stellen."

"Wir wissen, dass wir gut sind"



Dem Gegner bringt Rolfes viel Respekt entgegen, meint allerdings auch: "ManU ist vielleicht nicht mehr die Mannschaft, die sie vor ein paar Jahren war, als sie noch ein Topfavorit auf den Titel war. Sie stellt vielleicht nicht mehr die absolute europäische Spitze dar, aber sie kommt kurz dahinter."

"Manchester ist eine der besten Mannschaften Europas", findet Bayers Außenverteidiger Roberto Hilbert. "In dem Stadion mit den Fans im Rücken wird es nicht einfach für uns. Aber wir glauben an uns. Wir wissen, dass wir gut sind und Qualität haben. So müssen wir auch auftreten."

Castro und Hegeler fallen aus - Bender an Bord



Die Bayer-Profis freuen sich sehr auf die Aufgabe am Dienstagabend. Zwei die dabei nicht helfen können sind Gonzalo Castro und Jens Hegeler. Castro laboriert an einem Muskelfaserriss, Hegeler hat muskuläre Probleme. Lars Bender steht nach seiner Hüftverletzung wieder im Kader. "Ich fühle mich wieder fit. Einem Einsatz steht nichts im Wege", sagte er dem SID.

Der Bundesliga-Dritte der letzten und der aktuellen Saison muss sich auch nicht kleiner machen, als er ist. Angst vor dem Gegner und der Kulisse kennt Simon Rolfes nicht: "Wir sind ja keine A-Jugend-Truppe, die noch nie vor mehr als 1.000 Zuschauern gespielt hat". Wenn am Dienstagabend in der Champions League der Ball rollt werde man jedenfalls alles in die Waagschale werfen, verspricht der 31-Jährige selbstbewusst. Selbstbewusst - das sind sie in Leverkusen ohnehin aktuell und das dürfen sie auch sein.