Frankfurt - Eintracht Frankfurt kann doch noch gewinnen und besiegt Schalke 04 mit 1:0 (Spielbericht). Der erste Sieg für die Hessen seit Anfang Dezember sorgt für Selbstvertrauen und den Glauben daran einen entscheidenden Schritt getan zu haben.

"Das war für uns heute ein richtungsweisendes Spiel", so Heribert Bruchhagen, Vorstandsvorsitzender der Eintracht, direkt nach dem knappen Sieg seiner Adlerträger, "jetzt haben wir etwas Luft nach unten und konnten Selbstvertrauen tanken." Die fünf Punkte aus den letzten drei Spielen gegen die Topvereine aus Wolfsburg, Augsburg und Schalke geben der Eintracht Aufwind in der Liga. "Zu Hause können wir gegen jeden Gegner Punkte holen, da wir die Bayern schon zu Gast hatten", so Bruchhagen weiter, "unsere Mannschaft ist intakt und wir hatten eine gute Einstellung im Spiel."

Dank an Rückhalt Trapp

Das war auch nötig, denn nach einer schwachen ersten Halbzeit hatten es die Frankfurter vor allem ihrem Torwart Kevin Trapp zu verdanken, dass es noch 0:0 stand. Mit mehreren ausgezeichneten Paraden verhinderte Trapp einen Rückstand. "Kevin hat super gehalten, dafür danken wir ihm", unterstrich Makoto Hasebe die Leistung seines Kapitäns, der erst vor wenigen Tagen seinen Vertrag in Frankfurt verlängert hatte. "Dafür stehe ich im Tor. Ich habe nur meinen Job gemacht", so der gelobte Trapp, "es ist nicht zu 100 Prozent zu verhindern, dass der Gegner zu Chancen kommt. Die haben wir aber endlich mal unbeschadet überstanden und auch in der Endphase nichts mehr zugelassen."

Dabei musste Trainer Schaaf wegen der Gelbsperre von Abwehrchef Carlos Zambrano und der Erkrankung von Bamba Anderson seine Innenverteidigung umstellen. Trotzdem gelang der Eintracht nach langer Zeit wieder zu null zu spielen. "In den Spielen davor haben wir es uns immer wieder selbst schwer gemacht", so Marco Russ, "heute haben wir den verdienten Lohn eingefahren und in der zweiten Halbzeit gut reagiert. Diese drei Punkte waren sehr wichtig für uns."

Mit Wille, Herz und Begeisterung

Tatsächlich konnten die Frankfurter nach der Pause mehr Druck auf die Schalker machen. "Wir haben den Gegner erst in der zweiten Halbzeit entscheidend gestellt, waren näher dran und haben besser nach vorne gespielt", erklärte Thomas Schaaf, "meine Mannschaft hat einen starken Willen, Herz und Begeisterung gezeigt." Schalke bekam nicht mehr so viele Chancen und mit Lucas Piazon hatte Schaaf in seinem Jubiläumsspiel als Trainer den Torschützen des Abends eingewechselt. Auch dieser gab sich nach diesem befreienden Sieg erleichtert: "Es war wichtig für uns endlich mal wieder zu gewinnen. Die Bundesliga ist kompliziert, da ist jedes Spiel schwer und wir müssen immer weiter kämpfen."

"Solche Fans gibt es nirgendwo sonst"

Für Thomas Schaaf war es wichtig die Stimmung mit diesen drei Punkten ins Positive gedreht zu haben: "Vor diesem Spiel war immer die Rede davon, wie lange wir nicht mehr gewonnen haben. Dabei haben wir auch eine ganze Reihe von Spielen nicht verloren und gegen starke Mannschaften wie Leverkusen oder Wolfsburg Punkte geholt." Die Stimmung in der Stadt beurteilt der Neu-Frankfurter insgesamt gut. "Prinzipiell erlebe ich in der Stadt täglich eine hohe Identifikation mit dem Verein und möchte den Fans für ihre tolle Unterstützung danken."

Diese hatten sich schon vor dem Anpfiff mit einer Choreographie über die gesamte Stadionkurve als meisterlich erwiesen. Für alle Beteiligten war das etwas besonderes, wie Kapitän Trapp bestätigt: "So etwas ähnliches gibt es nirgendwo sonst. Als Spieler ist es ein Erlebnis vor diesen Fans zu spielen." Und Marco Russ ergänzte: "Es ist einfach toll bei solch einer Stimmung einzulaufen und wir wollten uns mit drei Punkten bedanken. Das haben wir geschafft."

Nächsten Samstag geht es für die Eintracht zum Rhein-Main Derby nach Mainz. Dort wollen sie bestätigen, dass der Sieg gegen Schalke für mehr Sicherheit und Selbstvertrauen gesorgt hat.

Alexander Dionisius