Freiburg - Dank Goalgetter Robert Lewandowski sichert sich der FC Bayern München den Sieg in Freiburg und feiern nach einer Hinrunde mit nur einer Niederlage eine souveräne Herbstmeisterschaft.

Der Mann des Tages war am Freitag Abend nicht schwer zu ermitteln. Bayern-Angreifer Robert Lewandowski war der entscheidende Mann beim 2:1-Sieg des FC Bayern über einen vor allem im ersten Durchgang stark aufspielenden Aufsteiger aus Freiburg. Mit seinem wichtigen Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich (35.) gab er dem Spiel die erste Wendung, mit seinem zweiten (90.+1.) entschied er die Partie zugunsten des Rekordmeisters. Und das mit einem Treffer, der schon jetzt als eines der Highlights dieser Spielzeit feststehen dürfte. Nach einer scharfen Hereingabe des eingewechselten Franck Ribery nahm der Pole den Ball mit der Brust an, hob ihn noch mal hoch, und schoss ihn volley ins Netz. Und das alles in atemberaubendem Tempo.

„Da muss man alles versuchen“

Voll getroffen hatte er den Ball zuvor nicht, auch deshalb bekam er die für SC-Keeper Alexander Schwolow fatale Flugbahn. Doch Ballannahme und –kontrolle verdienten das Wort, das an diesem Abend dutzende Male zu hören war, wenn es um den 14. Saisontreffer des Goalgetters ging. "Ich habe versucht, den Ball anzunehmen und gleich zu schießen“, sagte Lewandowski auf Sky über seinen erneuten Geniestreich. „Es war fast die letzte Situation, und da muss man einfach alles versuchen. Zum Glück habe ich es geschafft."

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Auch der gegnerische Trainer, Christian Streich, kam nach dem Spiel regelrecht ins Schwärmen, als er auf den Treffer zum 2:1 angesprochen wurde. „Die Bayern haben halt die Qualität, um solche Tore zu machen. Wenn man sieht, wie er das Tor macht, da muss ja jeder Zuschauer froh sein, dass er sich für dieses Spiel eine Karte gekauft hat.“ Er selbst war selbstverständlich nicht ganz so zufrieden mit dem Abend, schließlich war sein Team in der badischen Eiseskälte phasenweise die bessere Mannschaft gewesen und hatte den nominell übermächtigen Gegner vor allem im ersten Durchgang gut unter Kontrolle. „Wir haben nicht viele Torchancen zugelassen, aber eine zu viel war es leider“, sagte Streich. Und meinte dabei den ersten Lewandowski-Treffer, bei dem Verteidiger Manuel Gulde nach einem Eckball die Aufnahme verpasst hatte.

Souveräner Hinrundenmeister

Im Lager der Bayern war der mühsame Sieg hingegen schnell wieder abgehakt. „Zu viele Spieler auf einer Linie“, die sich um den Spielaufbau kümmerten, hatte Keeper Manuel Neuer ausgemacht, während Lewandowski fehlendes Tempo anmahnte. „Wir haben zu langsam gespielt.“ So dürfte es auch Trainer Carlo Ancelotti gesehen haben, der „Charakter und Siegeswillen“ seiner Elf lobte und feststellte: „Manchmal gibt es keine Möglichkeit, besser zu spielen, dann muss man andere Möglichkeiten suchen.“ Man könne „nicht immer fantastisch spielen“.

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Wohl wahr, zumal die Bilanz der Bayern auch nach Abschluss der Hinrunde beachtlich ist. Mit 42 Punkten und nur einer Niederlage (gegen den BVB) aus 17 Spielen sind die Bayern souveräner Herbstmeister geworden. Und laut Statistik holten die Münchner in 18 von 21 Fällen nach dem Gewinn der Herbstmeisterschaft am Ende auch den Titel.

Christoph Ruf