München - Hertha BSC hat am letzten Spieltag noch die Relegationsspiele gegen den Dritten der 2. Bundesliga erreicht. Vor den entscheidenden Spielen verrät Claus-Dieter Wollitz, worauf es in der Relegation ankommt - und verrät, warum häufig der Klassentiefere das bessere Ende für sich hat.

bundesliga.de: Herr Wollitz, Hertha BSC hat dank eines 3:1-Sieges gegen Hoffenheim die Relegation erreicht und wird am Donnerstag gegen den Dritten der 2. Bundesliga zum Hinspiel antreten. Wie hoch sehen Sie die Chancen, dass die Berliner auch in der kommenden Saison erstklassig spielen?

Claus-Dieter Wollitz: Für Hertha ist der Sieg am Ende noch ein positiver Trend - deshalb würde ich die Vorteile bei den Berliner sehen. Ich schätze die Chancen etwa bei 60 oder 70 Prozent, dass sie die Klasse halten.

bundesliga.de: Welche Faktoren geben den Ausschlag für eine erfolgreiche Relegation?

Wollitz: Da gibt es verschiedene: Wer kommt mit der Situation besser zurecht? Wer hat seine Hausaufgaben gemacht, dass die Spieler ein Stück befreit in die beiden Relegationsduelle gehen können? Darauf kommt es vor allem an.

bundesliga.de: 2008 haben Sie als Trainer des VfL Osnabrück selbst in der Relegation gestanden - und in den Duellen gegen Paderborn verloren. Beschreiben Sie doch einmal das Gefühl, wenn es in zwei Spielen um alles geht...

Wollitz: Man muss als Zweiligist ja eigentlich dankbar sein, dass es die Relegation überhaupt gibt. weil es einem die Chance gibt, seine sportlichen Ziele doch noch zu schaffen. Im Normallfall muss man da eigentlich positiv hineingehen. Wir sind damals aber gegen Paderborn mit einem negativen Trend in die Spiele gegangen. Und wenn man die letzten Jahre betrachtet, dann stellt man fest, dass jeweils der Drittligist gegen den Zweitligist gewonnen hat.

bundesliga.de: In der Bundesliga war es seit der Wiedereinführung der Relegation allerdings so, dass zwei Mal der Erstligist und nur ein mal der Zweiligist gewann...

Wollitz: Das stimmt. Hier hatte der Erstligist meistens Vorteile - wie im Vorjahr, als sich Gladbach gegen Bochum durchgesetzt hat und die Spiele als Chance begriff.

Das Gespräch führte Johannes Fischer