Zusammenfassung

  • Der Hamburger SV hat im Abstiegskampf die größte Erfahrung.

  • Selbst die sieglosen Teams aus Bremen und Köln können noch hoffen.

  • Der VfL Wolfsburg verlor erst zwei Spiele, gewann aber auch erst eines.

Köln – Fast ein Drittel der Saison liegt bereits wieder hinter den Bundesligisten. Unsere Mutmacher für die Teams im Abstiegskampf zeigen: Selbst für die abgeschlagenen Mannschaften aus Bremen und Köln ist die Lage alles andere als hoffnungslos.

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Das Unmögliche möglich gemacht

Die Mutter der scheinbar unmöglichen Rettungen vor dem Abstieg in die 2. Bundesliga fand erst in der vergangenen Saison statt. Der Hamburger SV schaffte den Klassenerhalt, obwohl die Hanseaten nach dem elften Spieltag nur drei Punkte auf dem Konto hatten. Am Ende standen beim HSV immerhin 38 Zähler zu Buche.

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Mittelfristiges Ziel ist es zunächst für diese sechs Teams bis zur Winterpause noch so viele Punkte, wie möglich zu ergattern. Mit 39 Zählern hielt man in der Bundesliga bislang immer die Klasse. Dem Hamburger SV reichten in der Saison 2013/14 sogar einmal nur 27 Punkte, allerdings musste der Bundesliga-Dino damals den Umweg über die Relegation gehen.

1. FSV Mainz 05 (13. Platz, 12 Punkte)

Die Mainzer sind bislang einmal aus der Bundesliga abgestiegen (Saison 2005/06). Damals hatten die 05er nach elf Spieltagen nur acht Punkte auf dem Konto - jetzt sind es schon 13. 2005/06 (zehn Punkte nach elf Spieltagen) und 2011/12 (neun Punkte nach elf Spieltagen) wurde am Saisonende der Klassenerhalt jeweils souverän geschafft (mit 38 und 39 Punkten). Mainz weiß also, wie es geht. Das Team von Trainer Schwarz holt aktuell 1,1 Punkte im Schnitt, hochgerechnet wären das 37. Mit dieser Anzahl ist man seit der Drei-Punkte-Regel nur einmal abgestiegen (1997/98).

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VfL Wolfsburg (14. Platz, 11 Punkte)

Der VfL Wolfsburg ist unter seinem neuen Trainer Martin Schmidt noch ungeschlagen, aber auch noch ohne Sieg. Achtmal spielten die Wölfe bereits unentschieden, davon zuletzt siebenmal in Folge. Aber: Der VfL musste bislang nur zwei Niederlagen einstecken.

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Einzig der FC Bayern hat mit einer Pleite weniger auf dem Konto. In der Geschichte der Bundesliga sind nur zwei Mannschaften abgestiegen, die maximal zwei Niederlagen an den ersten elf Spieltagen kassierten (St. Pauli 1990/91 und Duisburg 1991/92).

Hamburger SV (15. Platz, 10 Punkte)

Das Team mit der meisten Erfahrung im Abstiegskampf ist zweifelsohne der Hamburger SV. Zweimal in Folge kämpften sich die Rothosen durch die Relegation. In der vergangenen Saison rettete sich der HSV am letzten Spieltag nach dem 2:1-Siegtor von Luca Waldschmidt gegen Wolfsburg. Der HSV hat nach der Drei-Punkte-Regel bereits zum achten Mal seit 1963 maximal zehn Punkte (vier Mal waren es neun Punkte, zudem sieben, fünf und letzte Saison nur drei) nach elf Spieltagen auf dem Konto, abgestiegen ist der HSV bekanntermaßen noch nie.

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Zudem ist mit Fiete Arp plötzlich ein neuer Hoffnungsträger in der Offensive aufgetaucht und mit Nicolai Müller steht der Topscorer der vergangenen Saison dem Team nach der Winterpause wieder zur Verfügung.

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SC Freiburg (16. Platz, 8 Punkte)

Bei den vier Abstiegen aus der Bundesliga stand Freiburg nach elf Spieltagen besser da, als aktuell mit acht Punkten. Trotzdem präsentiert sich der SC bislang nicht wie ein Absteiger. Zumeist ist das Team von Trainer Christian Streich die bessere Mannschaft, doch vor allem in puncto Chancenverwertung hapert es.

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Der Mutmacher ist die folgende Statistik: In vier Spielzeiten hatte der Sport-Club acht (2013/14) oder weniger Punkte (1993/94 und 2011/12 waren es sieben Punkte, 1995/96 sechs) nach elf Spieltagen – jedes Mal retteten sich die Breisgauer noch.

SV Werder Bremen (Platz 17, 5 Punkte)

Obwohl das Spiel am Ende noch verloren ging, machte das 1:2 in Frankfurt wieder Hoffnung, denn die Bremer waren gleichwertig und erspielten sich eine Vielzahl von Möglichkeiten. Und nicht nur die Leistung aus dem Frankfurt-Spiel macht Mut, sondern auch diese Statistiken: Vier Teams, die umgerechnet maximal fünf Punkte nach elf Spieltagen hatten, sind am Ende nicht abgestiegen – Hamburg 2016/17 (drei Punkte nach elf Runden), Cottbus 2007/08 (fünf), Leverkusen 1982/83 (fünf) und der KSC 1965/66 (fünf).

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Bremen kassierte relativ wenig Gegentore für einen Vorletzten der Tabelle (14) – nur sechs Mannschaften wurden seltener überwunden. 14 Gegentore nach elf Spieltagen entsprechen einem Gegentoreschnitt von 1,27 pro Spiel, also 43 hochgerechnet auf die Saison. Nur ein Team ist mit weniger Gegentoren abgestiegen: Der 1. FC Kaiserslautern 1995/96 mit nur 37 Gegentreffern.

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1. FC Köln (Platz 18, 2 Punkte)

Tabellenletzter mit nur zwei Punkten aus elf Partien. Die Hoffnungen auf den Klassenerhalt befinden sich für den 1. FC Köln im Promillebereich, könnte man denken. Weit gefehlt, hoffnungslos ist die Lage für die Geißböcke noch nicht! Köln ist der vierte Club in der Bundesliga-Geschichte, der nach elf Spieltagen nur zwei Punkte auf dem Konto hat – Saarbrücken (1963/64), 1860 München (1977/78) und Duisburg (1994/95) sind am Saisonende abgestiegen. Aber: Der HSV hatte letzte Saison nur einen Punkt mehr nach elf Runden und hat es auch geschafft.

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Letztlich ist auch nicht nur die Punktzahl, sondern vor allem der Abstand zum 15. Tabellenplatz wichtig. Der FC hat aktuell acht Punkte Rückstand zum rettenden Ufer (Platz 15). Es gab in der Geschichte der Bundesliga bereits drei Teams, die mit demselben oder sogar einem größeren Rückstand zu einem späteren Zeitpunkt in der Saison noch die Klasse gehalten haben: Bielefeld 1980/81, Kaiserslautern 2002/03 und Eintracht Frankfurt 1999/00. Also Köln-Fans, die Hoffnung stirbt zuletzt!

Alexander Barklage