Köln - Der Countdown läuft, die Bundesliga bereitet sich akribisch auf die Rückrunde vor (Duelle des 18. Spieltags). Kurz vor dem Start präsentiert bundesliga.de sechs Gewinner der Vorbereitung:

Pep Guardiola

Auch wenn es beim souveränen Tabellenführer FC Bayern München nicht viel zu verbessern gibt, so hat Pep Guardiola dennoch enorm von der Winterpause profitiert: Der Trainer hat seit langer Zeit wieder die fast freie Auswahl in Sachen Personal. Anführer Bastian Schweinsteiger fühlt sich "sehr wohl" und sprüht vor Tatendrang, die Rückkehrer David Alaba oder Holger Badstuber vergrößern Guardiolas Möglichkeiten. Mit Philipp Lahm, Javier Martinez, Thiago und Medhi Benatia trainieren nur vier Stars aktuell noch nicht wieder mit der Mannschaft. Und dass ein Arjen Robben, Doppeltorschütze im letzten Test gegen Bochum, nahtlos an seine herausragende Form aus der Hinrunde angeknüpft hat, lässt Guardiola ebenfalls sorgenfrei in die zweite Saisonhälfte gehen.

Matija Nastasic

Seit seiner Verpflichtung vor gut zwei Wochen weckt der serbische Innenverteidiger Hoffnungen auf mehr Stabiliät beim FC Schalke 04. Trainer Roberto Di Matteo verspricht sich aber auch noch etwas anderes von seinem Wunschspieler: "Ich erhoffe mir, dass er uns im Spielaufbau weiterbringt." ("Verbesserer" Nastasic) Der Neuzugang soll in der Dreierkette der Knappen künftig den linken Part übernehmen - ohne große Eingewöhnungszeit. "Er ist ein intelligenter Spieler, der ein top Passspiel hat und stark nach vorne verteidigt. Der erste Eindruck war sehr gut", lobte Sportvorstand Horst Heldt. Und Nastasic gab im Trainingslager selbstbewusst die Champions League als klares Ziel aus.

Pierre-Emile Höjbjerg

Ein vermeintlicher Schritt zurück, um so richtig durchzustarten! Der 19-jährige Däne verließ den FC Bayern (allerdings nicht ohne zuvor seinen Vertrag beim Rekordmeister zu verlängern) in Richtung FC Augsburg mit der Sehnsucht nach mehr Einsatzzeiten. Und Höjbjergs Plan kann absolut aufgehen. FCA-Trainer Markus Weinzierl dämpfte zwar überhöhte Erwartungen ("Haben ja nicht Messi geholt"), äußerte aber auch deutlich seine Wertschätzung für den jungen Mittelfeldspieler: "Er ist mit keinem Spieler aus unserem Nachwuchszentrum zu vergleichen. Mit 18 Jahren dänischer Nationalspieler, das ist schon eine besondere Qualität."

Slawomir Peszko

Der Denkzettel zum Ende der Hinrunde, als Slawomir Peszko nicht einmal zum 18er-Kader des 1. FC Köln gehörte, saß offensichtlich. Trainer Peter Stöger wollte aus dem polnischen Offensivspieler mehr Leistung herauskitzeln - und Peszko lieferte in der Winterpause. Beim 3:0-Sieg gegen Wehen Wiesbaden erzielte er die Führung und überzeugte auf dem linken Flügel. "Peszko hat mir sehr gut gefallen. Er ist wieder gut drauf, so wie vor eineinhalb Jahren, als wir ihn zurückgeholt haben", sagte Stöger. Bei so viel Lob ist es gut möglich, dass der 29-Jährige am Samstag im Spiel beim Hamburger SV in der Startformation steht.

Kevin Kampl

"Das BVB-Spiel passt zu mir", sagte Kevin Kampl auf seiner ersten Pressekonferenz als Profi von Borussia Dortmund: "Ich kann im Mittelfeld jede Position spielen. Egal, wo ich aufgestellt werde - ich möchte Vollgas geben." Und genau das können die Schwarz-Gelben nach der katastrophalen Hinrunde bestens gebrauchen. Entscheidende Impulse verspricht sich auch Jürgen Klopp von seinem neuen Mann: "Er muss hier keine Wunderdinge vollbringen, darf aber gerne vorneweg gehen." Mit einem Tor und einem Assist in den Testspielen deutete der offensive Kampl seine Klasse bereits an.

HSV-Gefühl

Es ist wahrlich nicht alles besser geworden beim Hamburger SV nach dem Beinahe-Abstieg im Vorjahr. Aber: Trotz der dürftigen Hinrunde herrscht plötzlich wieder Aufbruchstimmung an der Elbe. Und das ist ein großer Verdienst von Dietmar Beiersdorfer. Als Vorstandsvorsitzender der HSV Fußball AG hatte sich der Ex-Profi auch auf die Fahnen geschrieben, den Traditionsverein "nachhaltig und zukunftsorientiert aufzustellen". Neugestaltung des Profifußballs beim Dino, Umbenennung der heimischen Arena in Volksparkstadion zur neuen Saison, der Bau des HSV-Campus zur Nachwuchsförderung - jetzt fehlen vorerst "nur" die erhofften sportlichen Erfolge...