Augsburg - Eine Weißbierdusche blieb freilich aus. Auch Champagner floss keiner. Freude über den Gewinn der Herbstmeisterschaft war beim FC Bayern München nach dem 4:0-Sieg beim FC Augsburg dennoch vorhanden. Vor allem für einen Neuzugang.

"Es ist für mich die erste und daher nicht alltäglich, wie für manch anderen", sagte Sebastian Rode, für den dieser Titel "nicht egal" sei. Bereits zum vierten Mal in Folge sicherte sich der FC Bayern die Herbstmeisterschaft und sorgte damit für ein Novum in der Bundesliga.

Herbstmeisterschaft erhöht Titelchancen

Zugleich durfte sich der Rekordmeister über ein Jubiläum freuen: Zum 20. Mal geht der Titel des Herbstmeisters an die Münchner. Viel wichtiger dürfte sein, dass in bisher 16 von 19 Fällen auch am Saisonende der Gewinn der Deutschen Meisterschaft dabei heraussprang. Die Herbstmeisterschaft sei daher "nur eine Momentaufnahme", räumte Rode ein.

Der Mittelfeldspieler selbst kostet derzeit jeden Moment aus. Nach dem Champions-League-Spiel gegen ZSKA Moskau stand er auch in der Bundesliga in der Startformation. Und das zusammen mit den defensiven Mittelfeldspielern Xabi Alonso und Bastian Schweinsteiger. "Ich habe mich sehr gefreut, als ich in der Besprechung meinen Namen gehört habe", erklärte Rode. "Ich wollte meine Aufstellung mit einer guten Leistung rechtfertigen."

Rode überzeugt als Vorbereiter

Das gelang ihm zweifellos. Erstmals in seiner Bundesliga-Laufbahn bereitete er zwei Tore in einem Spiel vor. Beide Male vollende der überragende Arjen Robben Rodes Vorlagen. Nur wenige hatten dem 24-Jährigen vor der Saison viel Einsatzzeit bei den Bayern prophezeit. Doch der ehemalige Frankfurter hat sich mit vorbildlichen Trainingsleistungen zu einem Musterschüler von Trainer Pep Guardiola entwickelt und ist innerhalb des Teams voll akzeptiert.

"Ich fühle mich klar als Teil der Mannschaft", erklärt Rode. "Jeder Spieler ist wichtig. Wenn ich in der ersten Elf stehe, freue ich mich umso mehr." Nach den Ausfällen von Philipp Lahm und David Alaba ist Rode in der Defensive ein verlässlicher Backup. Gegen Augsburg war Rode mit 12,26 Kilometern der mit Abstand laufstärkste Spieler auf dem Platz.

Volles Programm bis Weihnachten

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Noch bleibt allerdings keine Zeit zum Verschnaufen. Bereits am Dienstag steht für die Bayern mit dem letzten die nächste Partie auf dem Programm. Ob Rode dann wieder zur Startformation gehören wird ist offen. Beim Spiel in Augsburg bekam er einen Schlag auf den Fuß ab. Aber alles halb so wild, beschwichtigte Rode.

Für die anstehenden Partien bis zur Winterpause wollen sich die Bayern jedenfalls nicht auf ihrem Vorsprung in der Tabelle ausruhen. "Wir haben jetzt noch zwei Spiele, da werden wir versuchen, auch zu gewinnen", forderte Trainer Pep Guardiola.

Die Herbstmeisterschaft ist für die Bayern ohnehin nur ein Etappenziel auf dem Weg zum Titel. "Am Ende zählt es", unterstrich Rode, "dann wollen wir die Meisterschale in die Höhe strecken." Und dann wird auch die obligatorische Weißbierdusche nicht fehlen.

Aus Augsburg berichtet Maximilian Lotz