Tel Aviv - Mit großen Hoffnungen war der FC Schalke nach Israel gereist, um gegen den Außenseiter der Champions-League-Gruppe B, Hapoel Tel Aviv, etwas Frustbewältigung für die zuletzt enttäuschenden Auftritte in der Bundesliga zu betreiben. Doch beim 0:0 gegen die Israelis konnte sich Schalke-Coach Felix Magath bei seinem Torhüter Manuel Neuer bedanken, dass die "Königsblauen" zumindest einen Zähler mit auf dei Heimreise nehmen konnten.

Im Interview nach dem Schlusspfiff spricht der "Knappen"-Trainer über die Aussichten auf das Erreichen des Achtelfinals in der "Königsklasse", bemängelt die fehlende Torgefahr seiner Offensive und erklärt, warum er auf einen 2Umkehreffekt" für die Leistungen in der Bundesliga hofft.

Frage: Herr Magath, Schalke 04 ist beim krassen Außenseiter Hapoel Tel Aviv nur zu einem glücklichen 0:0 gekommen. Wie beurteilen Sie das Spiel?

Felix Magath: Es war schwieriger als gedacht. Wir dürfen uns bei Manuel Neuer bedanken, der uns mit einer Klasseleistung vor einem Rückstand bewahrt und uns somit den Punkt gerettet hat.

Frage: Wie sehen Sie jetzt die Situation in der Gruppe B?

Magath: Wir brauchen mindestens noch einen Sieg aus den letzten beiden Spielen gegen Lyon und in Lissabon. Unsere Ausgangsposition ist nach wie vor gut.

Frage: Sie haben erstmals seit der 1. DFB-Pokalrunde wieder Sergio Escudero eingesetzt. Wie haben Sie seine Leistung gesehen?

Magath: Natürlich hat man ihm angemerkt, dass ihm die Sicherheit fehlt. Aber das war nicht anders zu erwarten, wenn er bei seinem neuen Club noch kein volles Spiel gemacht hat. Ich bin aber zufrieden mit ihm.

Frage: Hat die Schalker Krise in der Bundesliga jetzt auch den Europapokal erreicht?

Magath: Bisher haben wir in der Champions League gute Leistungen gebracht und dann anschließend in der Meisterschaft daneben gelegen. Jetzt habe ich die Hoffnung, dass wir es diesmal umgedreht machen und uns die gute Leistung für die Bundesliga aufgehoben haben.

Frage: Schalke hat in den vergangenen vier Pflichtspielen nur ein Tor geschossen. Macht Ihnen Ihre Offensive Sorgen?

Magath: Natürlich würde ich mich über mehr Tore unserer Offensive freuen. Wir spielen nicht zielgerichtet genug, manchmal zu verspielt, anstatt konsequent auf den Torerfolg zu gehen.

Frage: Haben Sie eine Erklärung für die schwache Leistung Ihrer Mannschaft?

Magath: Ich hatte das Gefühl, dass die Niederlage gegen Leverkusen vom Wochenende irgendwo drin war. Ich hatte gehofft, dass wir stärker spielen. Die Situation in der Bundesliga ist jedem bewusst. Das ist nicht so leicht abzuschütteln, nur weil man in einem anderen Wettbewerb spielt.

Frage: Raul hat sich erneut weit ins Mittelfeld zurückfallen lassen. Warum?

Magath: Er ist ein Spieler, der zwar auch im Mittelfeld eine gute Rolle spielen kann mit seiner Technik und Übersicht. Aber ich würde mir mehr Aktionen von ihm im Strafraum wünschen.

Frage: War es mit Ihnen abgesprochen, dass er so weit hinten spielte?

Magath: Das entscheidet er selbst.

Frage: Ingesamt funktioniert die Mannschaft nicht so, wie Sie sich das vorgestellt haben, oder?

Magath: Wir können es ja, wir haben es ja schon gemacht.