Basel - An Manuel Neuer lag es nicht, dass der FC Bayern im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League mit 0:1 beim FC Basel unterlag. In der ersten Halbzeit entschärfte er gleich reihenweise hochkarätige Chancen der Hausherren und hielt die Münchner somit im Spiel. Beim späten Gegentor war er dann machtlos.

Die Pleite verschärft die Situation beim deutschen Rekordmeister. In der Bundesliga sind Dortmund und Mönchengladbach am FCB vorbeigezogen und in der "Königsklasse" droht nun das vorzeitige Aus.

"Wir haben klasse Einzelspieler, aber es läuft derzeit nicht rund und flüssig. Wir stecken momentan in einer schwierigen Phase und die dauert schon viel zu lange an", analysierte Neuer nach dem Schlusspfiff im St. Jakob-Park die sportliche Misere.

Frage: Herr Neuer, wie bewerten Sie das 0:1 in Basel?

Manuel Neuer: Das ist natürlich ganz bitter für uns. Beim Gegentor ist einiges falsch gelaufen. Wir haben nicht richtig attackiert. Es war nicht unverdient, dass Basel gewonnen hat. Sie hatten in der ersten Halbzeit hochkarätige Chancen, aber wir auch.

Frage: Die Partie wäre wohl anders gelaufen, wenn Franck Ribery eine seiner Chancen zu Beginn des Spiels vollendet hätte.

Neuer: Wir können unseren Fußball zurzeit nur umsetzen, wenn wir auch in Führung gehen. Dann gewinnen wir meist auch die Spiele. Aber wenn es lange 0:0 steht und der Gegner auch noch ebenbürtig ist, dann sieht es am Ende leider häufig blöd für uns aus. Das war jetzt in Basel wieder so.

Frage: Was ist mit den Bayern in der Rückrunde los?

Neuer: Wir haben uns das alles ein wenig anders vorgestellt. Wir haben klasse Einzelspieler, aber es läuft derzeit nicht rund und flüssig. Wir stecken momentan in einer schwierigen Phase - und die dauert schon viel zu lange an.

Frage: Fehlt es am nötigen Selbstbewusstsein?

Neuer: Es ist doch klar, dass das Selbstbewusstsein nicht so ausgeprägt ist, wie noch zur Beginn der Saison, als wir die Spiele nach Belieben gewonnen haben.

Frage: Was muss nun passieren?

Neuer: Jetzt ist es wichtig, dass wir selbstkritisch mit unserer Leistung umgehen und die Fehler intern ansprechen. Wir müssen so schnell wie möglich unser Selbstvertrauen zurückgewinnen. Das geht nicht mit guter Trainingsleistung, sondern nur in den Spielen. Und da müssen wir am Sonntag gegen Schalke wieder mit anfangen.

Aus Basel berichtet Michael Reis