Verletzt, gesperrt, zu teuer oder schlicht und einfach nicht so beliebt? Einige, mitunter auch prominente, Bundesligaprofis scheinen beim Offiziellen Bundesliga Manager (OBM) einen schweren Stand zu haben. Dies belegt eindeutig die Anzahl an Transfers dieser Fußballer im Februar beim OBM.

So wurde Bayer Leverkusens Mittelfeldspieler Bernd Schneider lediglich einmal (!) im gesamten Monat verpflichtet, und dies obwohl er nach Verletzung wieder im Mannschaftstraining steht.

Vermutlich wird die OBM-Trainer jedoch von einer Verpflichtung des WM-Dritten von 2006, einerseits die lange Zwangspause und andererseits der hohe Marktwert (5,66 Mio Euro) abgehalten haben.

Kein Vertrauen zu Rekonvaleszenten?

Neben Schneider, der nach seiner Bandscheiben-Operation seit fast einem Jahr kein Pflichtspiel mehr bestritten hat, stehen auch bei anderen verletzten und etablierten Bundesligaprofis nur wenige Verpflichtungen zu Buche.

So wurden Zlatan Bajramovic, obwohl nach mehreren Rückschlägen kurz vor seinem Debüt für Frankfurt stehend, lediglich fünfmal und sein griechischer Teamkollege Ioannis Amanatidis nur siebenmal von OBM-Verantwortlichen in ihre Kader geholt. Auch Fußballer, die nach Verletzungen wieder im Kader und kurz vor ihrem Comeback stehen, liegen nicht zwangsläufig hoch im Kurs der OBMler.

Dortmunds Dede (GS 59 %), immerhin mit 4,3 Mio Euro OBM-Marktwert teuerster Borussen-Verteidiger, wurde im Februar nur 22-mal transferiert. Bei Hannover-Angreifer Jan Schlaudraff, der in der Rückrunde bereits wieder zweimal für 96 aktiv war, sind mit 26 kaum mehr Verpflichtungen der Statistik zu entnehmen.

Anzahl der Verpflichtungen auch Spielgelbild der Vorrunde

Wenig Vertrauen geschenkt wird auch jenen, die bislang auf keine glückliche Saison zurückschauen können. So wurde Stuttgarts Yildiray Bastürk (bisher vier Bundesliga-Einsätze in dieser Saison) nur zehnmal verpflichtet, Schalkes Neuzugang Orlando Engelaar (bereits zwei Platzverweise) nur 17-mal, obwohl er mit fast 6 Mio Euro der teuerste Schalker Mittelfeldspieler im OBM ist. Seine OBM-Gesamtstärke (GS) von 62 % kann sich ebenfalls sehen lassen.

Auch Engelaars niederländischer Nationalmannschafts-Kamerad, Khalid Boulahrouz, ist in punkto Marktwert Spitzenreiter in der Defensive seines Teams. Jedoch liegt der Grund für seine niedrige Transfer-Anzahl im Februar (20), neben seiner unbeständigen Vorrunde auch daran, dass er mit 54 % GS nicht den Top-Wert seines Mannschaftsteils vorweisen kann.

Einige Stammspieler und Talente (noch) nicht im Fokus

Doch neben den Sorgenkindern und den Langzeitverletzten, haben auch überraschenderweise einige Bundesliga-Stammspieler noch keinen allzu großen Rückhalt im OBM. So wurde Cottbus‘ Abwehrchef Mario Cvitanovic (GS 47 %, Höchstwert in der Energie-Abwehr) im Februar lediglich in 44 Teams neu transferiert.

Gleiches gilt für Wolfsburgs Andrea Barzagli (GS 64 %, 6,16 Mio Euro), der, obwohl sämtliche Saisonspiele bisher über 90 Minuten bestritten, sogar nur 36-mal neu geholt wurde. Ebenfalls ein wenig "vernachlässigt" wurde KSC-Shootingstar Lars Stindl (GS 48 %). Beim Mittelfeldspieler wurden, trotz zuletzt konstant guter Leistungen, nur 46 Transfers gezählt.

Für alle OBM-Trainer, die noch 576 660 Euro auf dem Konto haben, sei gesagt: Der zuletzt genannte steht, zusammen mit Alexander Baumjohann und Benedikt Höwedes, zur Wahl zu Franz Beckenbauers "Talent des Monats". Da lohnt sich eine Investition in jedem Falle, nicht nur zur Verbesserung der OBM-Statistik.

Christian Krämer