München - Admir Mehmedi, Mittelstürmer des FC Zürich, hatte am 03. August wohl noch einen Wunsch frei, als er vor der Auslosung der Champions League-Qualifikation sagte: "Am liebsten hätte ich Bayern München."

Und jetzt ist es tatsächlich so weit: Am 17. August sind die Schweizer in der Münchner Allianz Arena zu Gast (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Dabei treffen sie zum ersten Mal überhaupt auf den FC Bayern München.

Erster Höhepunkt

Für den Rekordmeister soll die Qualifikation auf keinen Fall zur Endstation werden. "Die Qualifikationsspiele sind ein kleiner Höhepunkt, aber ich hoffe, dass darauf noch viele folgen", betonte FCB-Trainer Jupp Heynckes. Thomas Müller ist seiner Meinung und sieht im FC Zürich nur die erste Hürde auf dem Weg zu Europas Krone: "Wir müssen zwei Spiele machen und fertig. Dann sind wir weiter."

Man kann ihm die markigen Worte nicht verübeln, immerhin ist der Vizemeister der Schweizer AXPO Super League ein vermeintliches Leichtgewicht. Beim ersten und letzten Auftritt in der Champions League in der Saison 2009/10 schieden die Schweizer nach der Gruppenphase aus, konnten sich aber immerhin ein 1:0 beim AC Mailand auf die Fahnen schreiben. Dieser Überraschungssieg dürfte den Münchnern durchaus zu denken geben.

"Genug Qualität" vorhanden

Andererseits hat der FCZ noch nie ein internationales Spiel in Deutschland gewonnen, dafür setzte es vier Niederlagen auf deutschem Rasen. Andere eidgenössische Teams waren da nicht erfolgreicher. In den letzten 30 Jahren konnte nur ein Schweizer Team eine deutsche Mannschaft bezwingen. Servette Genf blieb in der dritten Runde des UEFA Cups 2001/02 Sieger gegen Hertha BSC.

Die Züricher wollen sich aber auf keinen Fall schon jetzt die Chancen absprechen lassen. Mathieu Beda, der zuletzt bei 1860 München unter Vertrag stand, meint selbstbewusst: "Wir haben genug Qualität für ein gutes Resultat in München." Auch Urs Fischer, der Chefcoach des FCZ, schickte via Schweizer "Blick" bereits eine Kampfansage Richtung München: "Eins kann ich versprechen: Wir werden versuchen, den Bayern das Leben über 90 Minuten schwer zu machen. Und wir gehen auf den Platz, um zu gewinnen."

Fischer löste im April 2010 Bernard Challandes als Übungsleiter in Zürich ab. Davor feierte Bundesliga-Trainer Lucien Favre Erfolge mit dem Schweizer Club. In den Jahren 2006 und 2007 führte er den Verein zur Schweizer Meisterschaft.

Tore aus allen Richtungen

Nach dem fünften Spieltag dieser Saison sieht es beim FC Zürich nach drei Niederlagen in Folge inzwischen wieder ganz gut aus. Im Stadtderby gegen Grasshopper Zürich trumpfte die Mannschaft mit einem 6:0 auf und auch die Partie vom Samstag gegen den amtierenden Meister FC Basel entschied der FCZ mit 2:1 für sich. Die dadurch verbesserte Tordifferenz mit elf Toren aus fünf Spielen bescheinigt dem FC Zürich aktuell die erfolgreichste Offensive der Schweizer AXPO Super League.

Admir Mehmedi bewies schon in der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League seinen Torriecher und erzielte gegen den belgischen Club Standard Lüttich beide Treffer für die Schweizer. Doch auch seine FC-Kollegen bewiesen Torgefahr. Bis dato schossen neun verschiedene Züricher die elf Tore der laufenden Saison. Die Bayern müssen also am Mittwoch ihre Augen überall haben.

Sabine Glinker