Verband: Schweizerischer Fußballverband (SFV)

Gegründet: 1895

FIFA-Mitglied seit: 1904

Bisherige WM-Teilnahmen: 9

WM-Erfolge: Viertelfinale (1934, 1938, 1954)

Geschichte des Fußballs in der Schweiz:

Die Schweiz gilt als Vorreiter in Sachen Fußball in Kontinentaleuropa. Auch hier ging der erste Impuls von englischen Schülern und Studenten aus, die in der Schweiz Privatschulen besuchten und bereits 1860 den Lausanne Football & Cricket Club gründeten. 1879 entstand der heute noch bestehende FC St. Gallen, sieben Jahre später der Grasshopper Club Zürich. Diese drei sowie acht weitere Vereine gründeten 1895 den Schweizerischen Verband, der seinerseits 1904 als einer von sieben Landesverbänden die FIFA ins Leben rief. Angesichts dieser Geschichte verwundert es nicht, dass der Fußball in der Schweiz die populärste Sportart ist. Die "Nati", wie die Eidgenossen ihre Nationalmannschaft nennen, bestritt ihr erstes Länderspiel 1905. Profi-Fußball wird seit 1931 gespielt. Aktuell ermitteln zehn Teams in der Super League den Schweizer Meister. Rekordhalter sind die Zürcher Grasshoppers mit 27 Titeln.

WM-Geschichte:

2010 triumphierte die Schweiz über Spanien

In den frühen Jahren der WM war die Schweiz regelmäßig Teilnehmer an den Endturnieren und nahm an sechs der ersten achten Weltmeisterschaften teil. 1934, 1938 und letztmalig bei der Heim-WM 1954 reichte es bis zum Viertelfinale. Nach dem Turnier 1966 in England sollte es allerdings 28 Jahre dauern, bis sich die Schweiz wieder für eine Endrunde qualifizieren konnte. In den USA 1994 war ebenso wie 2006 in Deutschland im Achtelfinale Endstation für die "Nati". Beim Turnier in Südafrika scheiterte die Mannschaft schon in der Vorrunde, nachdem sie zum Auftakt mit einem 1:0-Sieg über den amtierenden Europameister und späteren Weltmeister Spanien noch einen sensationellen Erfolg gefeiert hatte.

Star(s) und Trainer:

Der Star ist in diesem Fall an erster Stelle der Trainer: Mit Ottmar Hitzfeld wird sich mit dem Turnier in Brasilien einer der weltweit erfolgreichsten Übungsleiter von der Trainerbank verabschieden. Unabhängig vom Ausgang der WM hat der 65-Jährige das Ende seiner Karriere verkündet. In dieser reihte er als Vereinstrainer Titel an Titel: Champions-League-Sieger mit Borussia Dortmund und dem FC Bayern München, Weltpokalsieger, sieben Mal Deutscher Meister, drei Mal Pokalsieger, dazu in seinen ersten Trainerjahren zwei Mal Schweizer Meister. Die Nationalelf hat Hitzfeld im Sommer 2008 übernommen. Auf dem Spielfeld gibt es eine ganze Reihe prominenter Spieler, nicht zuletzt aus der Bundesliga. Xherdan Shaqiri von den Bayern ist nicht nur dribbelstarker Offensivkünstler, sondern genießt vor allem bei den jüngeren Fans in der Schweiz Popstar-Status. Der wichtigste Spieler aber kickt in Italien: Gökhan Inler vom SSC Neapel ist Kapitän der Nati, Taktgeber im defensiven Mittelfeld und mit über 70 Länderspielen einer der erfahrensten Nationalspieler. 

Die Schweiz und die Bundesliga:

Diego Benaglio ist die Nummer 1 der Schweiz

Keine Frage: Die Schweizer sind in der Bundesliga mehr als etabliert. Bei rund drei Viertel aller Clubs im Oberhaus kickt mindestens ein Schweizer. Kein Wunder, dass auch die Nationalmannschaft mit Bundesliga-Stars gespickt ist. Diego Benaglio und Ricardo Rodriguez vom VfL Wolfsburg, Granit Xhaka (Borussia Mönchengladbach), Shaqiri (Bayern) und nach seiner starken Rückrunde Josip Drmic (1. FC Nürnberg, demnächst Bayer Leverkusen) als Stürmer bilden das aktuelle Gerüst der Nati. Insgesamt gehören neun Bundesliga-Legionäre dem WM-Kader der Schweiz an. Und die Liste der Eidgenossen in deutschen Klubs wächst weiter. In der neuen Saison wird mit Valentin Stocker ein weiterer Nationalspieler das Trikot von Hertha BSC tragen; Torhüter Yann Sommer wechselt nach Mönchengladbach. Hier hat sich mit Lucien Favre zudem ein Schweizer Trainer in der Bundesliga fest etabliert. Spieler aus dem Nachbarland spielten auch in früheren Jahren in Deutschland immer schon eine Rolle, wenn auch nicht in einer zahlenmäßig derart starken Form wie heute. Dabei war Dortmund ein gutes Pflaster für Eidgenossen: Abwehrspieler Andy Egli war 1984 der erste Schweizer in Schwarz-Gelb, später sorgten vor allem Stephane Chapuisat mit 102 Bundesliga-Toren zwischen 1991 und 1999 sowie Alex Frei mit 34 Treffern (2006-09) für Furore. In den 1990er Jahren arbeiteten zudem Spieler wie Alain Sutter (Nürnberg, Bayern, SC Freiburg), Adrian Knup (VfB Stuttgart, Karlsruher SC) und Ciriaco Sforza (Bayern, 1. FC Kaiserslautern) am guten Ruf des Schweizer Fußballs in der Bundesliga. Später prägten Kicker wie Raphael Wicky (Werder Bremen, Hamburger SV), Ludovic Magnin (Bremen, Stuttgart) und Jörg Stiel (Mönchengladbach) ihre Mannschaften mit. Der wohl erste Schweizer im deutschen Fußball stand übrigens in den Reihen des FCN. Gustav Bark kehrte aus beruflichen Gründen seiner Heimat Basel den Rücken und trat im Frankenland eine Stelle als Maschinenbauingenieur an. Für den "Club" absolvierte er zwischen 1910 und 1924 insgesamt 438 Einsätze und wurde drei Mal Deutscher Meister. Der Verein ernannte ihn zum Ehrenspielführer.