München - Seit 1935 wird der Deutsche Pokalsieger bereits ermittelt. In diesem Jahr starten 64 Vereine in die 69. Neuauflage des beliebten Wettbewerbs, der im Laufe seiner langen Geschichte alles zu bieten hatte, was den Fußball auszeichnet. Grandiose Triumphe, tragisches Scheitern, Überraschungen, Dramen und immer ganz viele Emotionen.

Das gilt auch für die letzte Saison, in der sich am Ende der FC Schalke 04 und der Zweitliga-Underdog MSV Duisburg im Finale gegenüber standen, das der hohe Favorit mit 5:0 gewann und damit den eigenen Rekord des höchsten Finalsiegs aus dem Jahr 1972 egalisierte.

74 Sensationen seit Einführung der 2. Bundesliga 1974

In der letzten Saison scheiterten weiterhin gleich fünf Bundesligisten in den ersten beiden Runden des DFB-Pokals: der FC St. Pauli (1. Runde: 0:1 in Chemnitz), Hannover 96 (1. Runde: 4:5 n. E. in Elversberg), der SC Freiburg (2. Runde: 1:2 in Cottbus), der FSV Mainz 05 (2. Runde: 1:2 in Aachen) und Borussia Dortmund (2. Runde: 2:4 n. E. in Offenbach).

Insgesamt schieden zehn Bundesligisten in der Saison 2010/11 im DFB-Pokal gegen unterklassige Vereine aus. Seit 1974 (Einführung der 2. Bundesliga) sind im DFB-Pokal die Bundesligisten insgesamt 74 Mal an Vereinen gescheitert, die zu diesem Zeitpunkt nicht in der 1. oder 2. Liga waren.

Eppingen schaffte "Mutter" aller Sensationen

Die erste und so etwas wie die "Mutter aller Sensationen" schaffte 1974 der damalige Drittligist VfB Eppingen, der den ruhmreichen Hamburger SV mit einem 2:1-Sieg aus dem DFB-Pokal warf.

Am 26. August 2001 unterlag der 1. FC Nürnberg in Runde 1 beim SSV Ulm mit 1:2 - damit sind die Franken der bis heute einzige Bundesligist, der sich sogar gegen einen Fünftligisten verabschiedete. Die höchste Niederlage gegen eine unterklassige Mannschaft kassierte Eintracht Frankfurt im Jahr 2000 mit 1:6 beim VfB Stuttgart II.

Letztmals scheiterte der Titelverteidiger 1996 in der 1. Runde

Gleich in der 1. Runde gescheitert ist der Rekordpokalsieger Bayern München (15 Titel) letztmals 1994 beim TSV Vestenbergsgreuth. Der Schütze des goldenen Tores war damals ein gewisser Roland Stein in der 43. Spielminute.

Der Titelverteidiger ist im DFB-Pokal letztmals 1996 bereits in der 1. Runde ausgeschieden: Damals unterlag der gerade erstmals aus der Bundesliga abgestiegene 1. FC Kaiserslautern mit 0:1 bei der SpVgg Greuther Fürth.

Bayern München ist Rekordpokalsieger

Kommen wir zu den aus Bundesliga-Sicht erfreulicheren Fakten. Die meisten Pokalgewinne feierte wie bereits erwähnt der FC Bayern mit 15 Titeln. Damit haben die Münchener mehr Titel geholt als die beiden nächstplatzierten Clubs zusammen. Werder Bremen kommt auf sechs Finalsiege, der amtierende Titelträger FC Schalke 04 auf immerhin fünf.

Karl-Heinz Körbel gewann vier Mal mit der Eintracht

Je vier Mal erfolgreich waren Eintracht Frankfurt (übrigens immer mit Karl-Heinz Körbel), der 1. FC Nürnberg sowie der 1. FC Köln, dem es 1983 gelang, das einzige innerstädtische Finalduell der Pokalgeschichte gegen den Lokalrivalen Fortuna Köln für sich zu entscheiden.

Drei Titel mit drei Vereinen

Rekordgewinner als Spieler ist Oliver Kahn. Der langjährige Keeper des FC Bayern konnte sechs Mal den Cup in die Höhe recken. Ihm dicht auf den Fersen sind seine damaligen Vereinskollegen Bixente Lizarazu, Mehmet Scholl und Bastian Schweinsteiger mit fünf Titeln. Letztgenannter könnte in dieser Saison mit dem "Titan” noch gleichziehen.

Bei den Trainern reichen drei Titel für Platz 1, den sich sechs Erfolgscoaches teilen. Karl-Heinz Feldkamp, Ottmar Hitzfeld, Udo Lattek, Otto Rehhagel, Thomas Schaaf und Hennes Weisweiler. Dabei gelang Feldkamp das Kunststück, mit drei verschiedenen Clubs (Uerdingen, Frankfurt und Kaiserslautern) den Cup zu holen. Der Bremer Schaaf könnte in dieser Saison alleiniger Rekordtrainer werden.

Zwei Sieger aus einer Stadt

Zum Abschluss noch ein Schmankerl, mit dem Sie selbst wahre Statistikfreaks verblüffen können. Stellen Sie einmal die Frage: Welche drei Städte stellen in der deutschen Pokalgeschichte zwei Clubs in der Siegerliste? Auf München (Bayern und 1860) kommt man schnell, aber dann? Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, Stuttgart? Alles falsch: Essen (Rot-Weiß 1953 und Schwarz-Weiß 1959) sowie Wien (Rapid 1938 und Vienna 1943) lautet die richtige Antwort.