Auf Schalke machte er sich als "Kampfschwein" und "Mr. Europacup" einen Namen. Marc Wilmots wird auch heute noch bei den "Königsblauen" verehrt. Zwischen seinen Engagements bei den "Knappen" gab es ein kurzes Gastspiel bei Girondins Bordeaux. Der Belgier spricht bei schalke04.de über seine Zeit in Frankreich, den französischen Fußball und Paris St. Germain.

Frage: Marc Wilmots, Sie haben in Bordeaux den französischen Fußball kennen gelernt. Was sind die gravierendsten Unterschiede zur Bundesliga?

Marc Wilmots: Die Franzosen spielen taktisch sehr diszipliniert. Es wird sehr viel Wert auf Taktik gelegt, schon in der Ausbildung, gerade bei den Spielern, die auf den zentralen, defensiven Positionen spielen. Ein 5:4 wie bei Bremen gegen Hoffenheim wäre nur schwer denkbar. Das macht die Spiele in der französischen Liga für die Zuschauer manchmal unansehnlich. Aber taktisch ist das allerhöchstes Niveau. Es wird darüber hinaus mehr Wert auf Technik gelegt, dafür ist das Spiel nicht so laufintensiv wie in Deutschland.

Frage: Schalke 04 spielt am Donnerstag im UEFA-Cup gegen Paris Saint-Germain. Was haben Sie in Ihrer Zeit in Frankreich von diesem Club mitbekommen? Was wissen Sie über die aktuelle Mannschaft?

Wilmots: Paris ist der Hauptstadtclub, das sorgt immer für große Erwartungen. In den letzten Jahren hatte PSG viele Probleme, sowohl sportlich als auch finanziell. In diesem Jahr haben sie aber sehr gute Transfers gemacht. Kezman, Giuly, Makelele sind Spieler von internationaler Klasse. Zudem haben sie mit Guillaume Hoarau und Stéphane Sessegnon zwei ausgesprochen talentierte Spieler in ihren Reihen.

Frage: Wie schätzen Sie Paris in dieser Saison ein?

Wilmots: Technisch ist die Mannschaft überragend. Sie spielen sehr diszipliniert, bei Ballverlust sind die Spieler sofort wieder hinter dem Ball. Eine Schwäche sehe ich in der Innenverteidigung. Wenn man dort den tödlichen Pass spielen kann, dann hat man Chancen.