Mainz - Der Eckfahnen-Gitarrist will auch in der deutschen Nationalmannschaft rocken - doch beim EM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan am Samstag in Kaiserslautern (ab 19:45 Uhr im Live-Ticker) muss sich Andre Schürrle noch mit dem Backstage-Bereich zufrieden geben.

Für den Pfälzer ist es aber kein Problem, dass auf seiner Position zunächst Lukas Podolski im Rampenlicht steht. "Die Startformation steht zurecht", sagte Schürrle auf der Pressekonferenz am Freitag bescheiden.

Einsatzgarantie gegen Australien

Der 20-Jährige vom Bundesliga-Fünften 1. FSV Mainz 05 will allerdings jede Chance nutzen, um sich bei Bundestrainer Joachim Löw aufzudrängen. "Ob im Spiel oder im Training - ich will mich zeigen", sagte Schürrle, der 60 Kilometer von Kaiserslautern entfernt in Ludwigshafen geboren wurde.

Spätestens im Länderspiel am Dienstag in Mönchengladbach gegen Australien wird Schürrle sein Können bei der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes demonstrieren dürfen. "Gegen Australien wird er von Beginn an spielen", legte sich Löw schon fest und sparte nicht mit einem Lobgesang. "Er besticht mit Tempo-Dribblings, geht mit Ball und Mut in Situationen eins gegen eins", erklärte Löw: "Immer wenn wir ihn in zuletzt beobachtet haben, hat er uns überzeugt."

Zwölf Treffer in der Bundesliga

In der Bundesliga ist Schürrle, der sein Debüt in der Nationalmannschaft am 17. November beim 0:0 in Schweden gab, mit zwölf Treffern als bester Mainzer Torschütze maßgeblich am Erfolg der Rheinhessen beteiligt. Sein Wechsel nach der Saison zum Ligarivalen Bayer Leverkusen steht bereits fest.

In den vergangenen Jahren verlief die Karriere von Schürrle in Mainz stetig nach oben. 2009 wurde er unter Thomas Tuchel Deutscher Meister mit den A-Junioren. Am 8. August 2009 absolvierte er beim 2: 2 gegen Leverkusen sein erstes Spiel in der Bundesliga. Sechs Wochen später avancierte der flinke Offensivspieler mit einem Doppelpack gegen den VfL Bochum zum jüngsten Bundesligatorschützen des FSV. Als Belohnung folgte die Nominierung in der U-21-Nationalmannschaft, in der er bei seinem ersten Einsatz von Beginn an ebenfalls traf.

Dank an Mainz-Trainer Tuchel

Jetzt will sich Schürrle im "A-Team" etablieren. "Er hat eine sehr gute Entwicklung genommen", sagte Löw, der unter anderem Schürrles Vielseitigkeit schätzt: "Andre kann links, als zweite Spitze, oder auch hinter den Stürmern spielen."

Schürrle reiht sich zunächst hinter den Etablierten ein. Er ist froh, überhaupt wieder dabei zu sein. "Ich bin nicht da, um irgendwelche Ansprüche zu stellen. Ich freue mich, dass ich zum ersten Mal für ein EM-Qualifikationsspiel nominiert worden bin", sagte Schürrle, der sich nebenbei bei seinem Mainzer Coach Tuchel bedankte. Der "Faktor Tuchel" habe seiner Entwicklung sehr gut getan.

Tuchel prophezeit Schürrle eine große Zukunft. Andre hat absolut die Fähigkeit, den Weg in die Weltklasse zu schaffen", sagte Tuchel zuletzt. Der Schritt ins internationale Rampenlicht scheint für Schürrle nur noch eine Frage der Zeit zu sein.