Der 1. FSV Mainz 05 gewinnt die Auswärtspartie in Hoffenheim mit 1:0, beendet damit seine Durststrecke auf fremden Terrain und steht mit mittlerweile 35 Punkten als bester Aufsteiger auf Rang 9 der Tabelle.

Ein Zwischenergebnis, das die Wenigsten den Rheinhessen vor der Saison zugetraut hätten. Aber dank großer taktischer Disziplin, einem ausgeprägten Kämpferinstinkt und einem treffsicheren Aristide Bancé hat sich Mainz Schritt für Schritt in der Bundesliga etabliert.

Strutz als Dolmetscher vom Dienst

Bancé, der seinen siebten Treffer in der laufenden Saison erzielte, zeigte sich nach dem Spiel höchst zufrieden: "Das war ein Spiel, in dem man auf die eine Chance warten muss. Die hatte ich dann und konnte sie auch nutzen." Als Dolmetscher für den Stürmer aus Burkina Faso stellte sich FSV-Präsident Harald Strutz zur Verfügung. In sicherem Französisch übersetzte Strutz die Fragen der Journalisten und Antworten des erfolgreichsten Mainzer Angreifers.

Balldienst hat sich gelohnt

Noch unter der Woche führten Meinungsverschiedenheiten zwischen Trainer Thomas Tuchel und Bancé dazu, dass dieser von seinem Übungsleiter zum Balldienst verdonnert wurde. Eine Maßnahme, die sich lohnte. "Wenn das dabei rauskommt, dann muss er sich den Rest der Saison auch um die Bälle kümmern", sagte Tuchel, der seine Mannschaft wieder taktisch hervorragend auf den Gegner eingestellt hatte.

Das musste selbst der Gegner anerkennen: "Die Mainzer standen heute hervorragend," sagte Sejad Salihovic. Bancé zeigte sich von der Aussicht auf weitere Wochen Bälle einsammeln keinesfalls betrübt: "Das mache ich sehr gerne auch die nächste Zeit."

Wichtiger Erfolg für die Zukunft von Mainz 05

Für den Verein hatte der Erfolg weit reichende Bedeutung. Im letzten Auswärtsspiel vor der Grundsteinlegung für die nagelneue Coface-Arena am 16. März dürften dank der 35 Punkte alle Zweifel an der Bundesligatauglichkeit der Mannschaft ausgeräumt sein. "Wir haben spätestens heute sichergestellt, dass wir nächstes Jahr Bundesliga spielen. Vor dem Baubeginn für unser neues Stadion ist das ein ganz wichtiges Signal," sagte Präsident Strutz.

"Schade, dass die Heimfahrt nur so kurz ist. Da können wir leider nicht so viel feiern," beschrieb Eugen Polanski den einzigen Wermutstropfen nach dem Sieg. Trainer Tuchel blieb gelassener: "Das müssen wir dann eben nachholen, wenn wir das nächste Mal ein Auswärtsspiel gewinnen." Die Chance dazu bietet sich den Mainzern in zwei Wochen in Freiburg.

Als nächstes gegen Köln

Zuvor trifft der FSV im Duell der "Karnevalsvereine" auf den 1. FC Köln. "Da freuen wir uns besonders drauf," sagte Strutz und Torwart Heinz Müller ergänzte: "Da wird das Bruchwegstadion wieder zum Hexenkessel."

Obwohl das eigentliche Saisonziel, der Klassenerhalt, bereits neun Spiele vor Schluss gesichert scheint, wollen sich die Mainzer, und allen voran Bancé, damit noch nicht zufrieden geben: "Wir wollen noch mehr Punkte, das ist klar." Torwart Müller spekuliert bereits auf den sechsten Tabellenplatz, der diese Saison eventuell den Einzug in die Europa League bedeuten könnte. "Das ist natürlich Träumerei," schränkt Müller sogleich ein, "aber Träumen ist ja nicht verboten."

Aus Hoffenheim berichtete Daniel Dillmann