Hannover - Hannover 96 genügt in Kaiserslautern eine Torchance, um drei Punkte einzufahren. Durch das 1:0 beim FCK gelingt den Niedersachsen der beste Saisonstart der Vereinsgeschichte: Nach sechs Spieltagen steht 96 mit 13 Punkten überraschend auf Platz 3 der Tabelle.

"Das macht echt Spaß, da oben zu stehen", gab Hannovers Sergio Pinto nach dem Erfolg auf dem Betzenberg im Fritz-Walter-Stadion zu: "Und es macht echt Spaß, in dieser Truppe zu spielen."

Saisonziel bleibt bestehen

Auch weil der Sieg gegen am Ende mit Vehemenz auf den Ausgleich drängende Pfälzer glücklich war, betonte Hannovers Trainer Mirko Slomka: "Im Fußball ist vieles möglich, aber damit hat niemand gerechnet. Das ist eine schöne Momentaufnahme und für einen Verein wie Hannover 96 eine außergewöhnliche Situation."

Dass seine Spieler der überraschende Erfolg zu Kopf steigt, muss Slomka nicht befürchten. Pinto sprach stellvertretend für seine Mannschaftskameraden: "Wir haben vor der Saison ein Ziel ausgerufen. Das heißt: So schnell wie möglich 40 Punkte zu erreichen. Und dabei bleibt es."

Die ganz große Euphorie wollte trotz des weiter anhaltenden Höhenfluges im Lager der Hannoveraner dennoch nicht aufkommen. Ihre beiden Stürmer Didier Ya Konan und Mohammed Abdellaoue mussten beide verletzungsbedingt vorzeitig den Rasen verlassen. Ya Konan humpelte in der 69. Minute mit einer Knieverletzung vom Platz. Und zehn Minuten später ging auch der Siegtorschütze Abdellaoue in die Kabine.

"Die Verletzungen trüben etwas die Stimmung"

Der norwegische Nationalspieler mit marokkanischen Wurzeln blieb wegen einer Gehirnerschütterung zur Beobachtung über Nacht in einem Lauterer Krankenhaus. FCK-Verteidiger Florian Dick hatte ihm unabsichtlich mit dem Fuß an den Kopf getreten. Zuvor hatte der Angreifer per Kopf nach einer Flanke des guten Manuel Schmiedebach das 1:0 erzielt (33.). Zusammen haben die beiden in Lautern verletzt ausgewechselten Stürmer bislang sieben der elf Hannoveraner Saisontore gemacht. "Die Verletzungen trüben natürlich etwas die Stimmung", sagte Trainer Mirko Slomka.

Auf die beiden Torgaranten müssen die Niedersachsen jedoch zum Glück nicht lange verzichten. Ya Konan fällt zwar nach einer Innenbandzerrung fürs Spiel gegen St. Pauli aus, bei Abdellaoue besteht die Hoffnung, dass er am Freitag dabei ist. Für den Kracher gegen den FC Bayern nach der Länderspielpause dürften beide jedoch zurückkehren.

Forssell und Hanke in Lauerstellung

In der Hinterhand hat Slomka noch Mikael Forssell, Mike Hanke oder den torgefährlichen Mittelfeldspieler Lars Stindl. "Bisher war gerade unsere Effektivität im Spiel nach vorne gut", analysierte Pinto die Gründe für den Erfolg. Jetzt wolle man die gute Form natürlich so lange wie möglich halten.

Zwar gab auch Trainer Slomka zu, in der ein oder anderen Situation in Lautern Glück gehabt zu haben. Aber er sieht keinen Grund, nun nicht nach weiteren Erfolgen zu sinnen. Er sagt: "Wir sind oben dabei. Und wenn wir schon die Chance haben, uns dort festzubeißen, wollen wir die im nächsten Heimspiel gegen St. Pauli auch nutzen."

Aus Kaiserslautern berichtet Tobias Schächter