Nach über zweimonatiger Leidens- und Rehazeit greift Werder Bremens Verteidiger Per Mertesacker im Trainingslager in Bad Waltersdorf wieder voll an.

Wie sich der Abwehr-Riese nach seinem Bänderriss wieder an die Mannschaft herangearbeitet hat, wie er die beiden verpassten Werder-Endspiele der Vorsaison erlebt hat und was er über seine neue Rolle als Vize-Kapitän denkt, beantwortet "Merte" im Interview auf der Website des Vereins.

Frage: Herr Mertesacker, auf die Trainingslager freut sich eigentlich kein Profi, bei Ihnen konnte man in den vergangenen Tagen eine anderen Eindruck gewinnen.

Per Mertesacker: Na ja, die Erklärung ist nicht so schwer: Das Saisonende ist sehr, sehr bitter für mich verlaufen, deswegen ist es schön, nach langer Reha alle Kollegen wieder zu sehen. Ich habe mich sehr auf die Tage mit der Mannschaft gefreut.

Frage: Sie haben sich im dritten der vier Nordderbys verletzt, das ist eine lange Leidenzeit gewesen. Wie sehr schmerzte das Zuschauen bei den Endspielen in Istanbul und Berlin?

Mertesacker: In der Saisonendphase zwei Finals zu verpassen, auf die man ein Jahr hingearbeitet hat, ist schon sehr bitter. Wir haben uns dort hinein gerettet und dann kannst du nicht mitspielen, das ist überhaupt kein gutes Gefühl. Ich habe auch drei Wochen gebraucht, um das zu verdauen.

Frage: Jetzt kamen Sie nach wochenlanger Arbeit in der Reha wieder zurück. Hätten Sie auch gern noch ein bisschen Pause gehabt für die mentale Vorbereitung auf die Saison?

Mertesacker: Das stimmt nicht ganz, in den drei Wochen nach meiner Verletzung war ich in der Reha, habe dann aber versucht, Urlaub und Reha zu verbinden. Ich habe mir selbst ein Ultimatum gestellt, einen Zeitpunkt festgesetzt, wann und wie lange ich meine Reha unterbreche, um auch Zeit für mich und für die Familie zu gewinnen. Dieses Auftanken war mir sehr wichtig. Das darf man als Grundlage, um eine gute Saison zu spielen, nicht unterschätzen.

Frage: Die erste schwere Vorbereitungsetappe in Bad Waltersdorf haben Sie gut überstanden...

Mertesacker: Ich kann mich nicht beschweren. Ich bin fast fit ins Training eingestiegen. Im Trainingslager ging es gleich ins volle Programm. Ich war gut vorbereitet und habe vielleicht in den ersten Tagen eine Übung von 30 ausgelassen. Dazu war ich bei allen Läufen dabei, das ging schon ganz gut.

Frage: Die Vorbereitung ist leider durch einige fehlende Spieler nicht optimal. Warum spielt Werder trotzdem eine bessere Bundesliga-Saison?

Mertesacker: Wir brauchen auf jeden Fall Zeit. Wir haben noch nicht alle Leute an Bord und ein paar Verletzte, was natürlich in der Abstimmung auf dem Feld auffällt. Aber dennoch konnten wir gut arbeiten. Wir haben viel für den Fitnessbereich getan - genau das, was wir für eine lange Saison brauchen. Das war jetzt erstmal das Wichtigste. Wenn dann alle zurück sind, können wir das andere nachholen. Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir eine Mannschaft sind, die sich dann sehr schnell finden kann, selbst wenn kurzfristig Neue dazu kommen.

Frage: Als neuer offizieller Vize-Kapitän haben Sie eine wichtige Rolle übertragen bekommen.

Mertesacker: Ja, darüber wurde ich in meiner Reha Anfang Juli informiert. Ich denke aber, dass wir noch ein längeres Gespräch führen werden, in dem der Trainer mir sagt, was er verlangt. Ich denke, das wird nicht wenig sein. Aber es ist ja auch so, dass man in Vorleistung gegangen ist, wenn man eine Rolle so zugespielt bekommt. Das ist ja keine ganz neue Aufgabe für mich. Durch meine Arbeit im Abwehrzentrum hatte ich auch zuletzt schon eine tragende Rolle im Team, jetzt werde ich das eben in dieser Funktion weiter führen.

Das ausführliche Interview lesen Sie auf der Webseite von Werder Bremen.




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