Bremen - Werder-Abwehrrecke Per Mertesacker hat beim 6:1 (3:0)-Sieg der deutschen Nationalmannschaft im EM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan in Köln am Dienstagabend neben dem Bruch des Orbitabodens auch einen Bruch in der Kieferhöhle erlitten.

Dies ergab eine Spezialuntersuchung am Mittwoch in Bremen. "Ich habe sofort geahnt, dass dies nichts Gutes bedeutet", schildert Cheftrainer Thomas Schaaf den Zweikampf zwischen Mertesacker und Vagif Javadov, bei dem sich der Werder-Profi die Verletzungen zugezogen hatte.

"Das ist natürlich eine unbefriedigende Situation für uns. Neben Naldo fällt mit Per jetzt auch die zweite Defensivstütze aus, die in der Vergangenheit auf der Position des Innenverteidigers agiert hat", so Schaaf, der vorerst auf den 71-maligen deutschen Nationalspieler verzichten muss.

Abwehrsorgen gegen den FC Bayern und Tottenham

"Er wird uns am Samstag in München und am Dienstag gegen Tottenham definitiv fehlen. Was darüber hinaus passiert, müssen wir abwarten." Bitter ist diese Verletzung natürlich auch für Mertesacker persönlich. "Er ist sehr enttäuscht, weil er im Rhythmus bleiben wollte. Das fällt jetzt weg", so der Bremer Coach. Naldo plagen immer noch Knieprobleme.

Als Ersatz für die beiden Innenverteidiger steht Neuzugang Mikael Silvestre bereit, der zwar eigentlich als Linksverteidiger eingeplant war, nun aber in die Mitte rücken und mit seiner Erfahrung auch dort sicher helfen könnte. Schaaf bangt zudem noch um den Einsatz seines Top-Stürmers Claudio Pizarro.

"Mertes" Bilanz: 189 Bundesliga-Spiele

Bis Ende September muss Werder gegen schwere Gegner spielen - darunter nicht nur die Bayern und Tottenham, sondern auch der Hamburger SV und Inter Mailand. Mertesacker war im Sommer 2006 von Hannover 96 nach Bremen gekommen.

Bislang bestritt er 189 Bundesliga-Spiele (17 Tore) und erreichte mit der deutschen Nationalmannschaft zwei Mal den dritten Platz bei einer WM (2006 und 2010) sowie das EM-Finale 2008. In der aktuellen Saison stand er in allen 180 Bundesliga-Minuten auf dem Platz und gewann starke 80 Prozent seiner Zweikämpfe.