München - Frühlingserwachen im Fußball-Oberhaus. Das ruft die Heimwerker und Hobbybastler auf den Plan. Der erste Weg führt natürlich in den Baumarkt. Und dann wird fleißig gewerkelt, bis am Abend die Nachbarn zur Grillparty kommen - darüber spricht die Liga am 29. Spieltag.

Im Angebot: Latte, Alu, weiß und Pfosten, Alu, weiß

Quer durchs Land werden die Baumärkte geplündert. Am Wochenende haben es die Schnäppchenjäger besonders auf die exklusive Alu-Latte mit abgerundeter Kante und dem dazugehörigen Pfosten aus der gleichen Produktpalette abgesehen (Foto © imago). Hobbybastler Olic aus Wolfsburg reist dafür extra nach Dortmund (Spielbericht), um gleich doppelt zuzuschlagen. Innerhalb einer Sekunde schnappt er sich gleich zwei Mal die Latte - Treffer! Auch im Frankenland hat man offenbar Großes vor. Und das nicht erst seit diesem Wochenende. Schon während der gesamten Saison horten die Nürnberger fleißig Latten und Pfosten, gegen Gladbach (Spielbericht) kommen zwei weitere hinzu, sodass der Vorrat nun insgesamt schon 23 Stück umfasst. Die Hoffnung, dass da irgendwann mal auch ein Tor daraus wird, stirbt bekanntlich zuletzt.

Bauherr Slomka und sein fleißiger Schichtleiter

Der Bauherr Slomka hat sich eines ehrgeizigen Projekts angenommen. Eine Festung soll es werden, uneinnehmbar für Eindringlinge jeglicher Art. Als Vorbild dient ihm sein Werk in Hannover. Nun soll auch in Hamburg eine solch uneinnehmbare Burg entstehen (Topdaten). Und seine Mannen helfen ihm fleißig dabei, auch wenn beim einen oder anderen die Strapazen deutliche Spuren hinterlassen. Aber auf Schichtleiter Westermann (Interview) ist Verlass. Er packt fleißig mit an und zeigt den Kollegen mal wo der Hammer hängt. Die Kameraden staunen nicht schlecht, denn da oben unter der Latte hätten sie ihn nicht erwartet. Und so liegen sich alle nach einer wiederholt erfolgreichen Schicht auf der heimischen Baustelle freudetrunken in den Armen (Nachbericht).

Innenausstatter Boateng legt selbst Hand an

Innenarchitekt Boateng will mit einem Frühjahrsputz frischen Wind ins Schalker Wohnzimmer bringen. Dabei wird erstmal kräftig umgestellt. Er selbst zieht sich dabei etwas weiter zurück. Aber nur um gleichzeitig festzustellen, dass ein Goretzka an der linken Flanke viel besser zur Geltung kommt. Und ein Draxler () käme ja ohnehin in der Mitte des Raumes viel besser zur Entfaltung. Diese Kreativität und Eigeninitiative begeistern selbst seine Chefs. "Wir wollen mündige Spieler", sagte Sportchef Heldt. "Sie gehen ja auch nicht auf Toilette, nur wenn sie ihren Chef gefragt haben." Ob Boateng beim Umräumen die Grundsätze des Feng Shui beachtet hat, ist allerdings nicht überliefert.

Gartenpartys mit netten Nachbarn

Bevor nun die Nachbarn zur Einweihungsparty kommen, muss nochmal kräftig durchgewischt werden. In Augsburg haben die Gastgeber dabei nicht mit Wasser gegeizt, sehr zur Freude der anwesenenden Partygesellschaft, die von einer Verlegenheit in die nächste rutschte. Den Gastgebern wars egal (Spielbericht), schließlich sorgte Partyhengst Mölders für ausgelassene Stimmung - er selbst fand es "einfach sensationell". Auch ohne Alkohol war die Party für Manager Reuter ein voller Erfolg: "Mir geht es auch mit einem Glas Wasser gut." Dabei hatte der exklusivere Teil der geladenen Münchner Gäste die Teilnahme bereits im Vorfeld ausgeschlagen, denn am Mittwoch stehen ihnen selbst illustre Gäste ins Haus (Nachbericht). Auch die Stuttgarter, Braunschweiger und Frankfurter feierten rauschende Gartenpartys mit den Nachbarn - ließen für die Gäste aber nichts als Krümel auf dem Büfett zurück. In Stuttgart machte Gastgeber Bobic dabei eine ganz besondere Stimmung aus: "Man hat das Knistern auf dem Platz gespürt." Und die nächste Party kommt bestimmt.

Maximilian Lotz